Pneumococcal vaccines sind Impfstoffe zur Prävention von Infektionen durch Streptococcus pneumoniae, einem Bakterium, das schwerwiegende Erkrankungen wie Pneumonie, und verursachen kann. Diese Impfstoffe funktionieren, indem sie Antigene – wie Polysaccharide oder konjugierte Proteine aus der Bakterienkapsel – einführen, um das Immunsystem zur Bildung schützender Antikörper anzuregen [1]. Es gibt zwei Haupttypen: konjugierte Impfstoffe (z. B. PCV13, PCV15, PCV20, PCV21/CAPVAXIVE), die besonders bei Säuglingen und Kleinkindern wirksam sind, und Polysaccharidimpfstoffe (PPSV23), der vor allem bei Erwachsenen und älteren Kindern eingesetzt wird [2]. Die Empfehlungen der CDC sehen seit 2024 die Verwendung von vier Impfstoffen vor, darunter drei Konjugatimpfstoffe und ein Polysaccharidimpfstoff, abhängig vom Alter und Risikoprofil [3]. Diese Impfungen sind entscheidend zur Bekämpfung der durch antibiotikaresistente Stämme verursachten Erkrankungen und tragen durch Herdenimmunität zur Verringerung der Krankheitslast in der Bevölkerung bei. Die Entwicklung neuer Impfstoffe wie PCV21 und Forschung zu proteinbasierten Impfstoffen zielt darauf ab, die Serotypabdeckung zu erweitern und die Herausforderungen durch Serotypersatz zu bewältigen [4]. Globale Überwachungssysteme wie die ABCs der CDC und Initiativen der WHO spielen eine zentrale Rolle bei der Überwachung von Krankheitsmustern und der Anpassung der Impfstrategien [5].

Arten und Wirkmechanismen von Pneumokokkenimpfstoffen

Pneumokokkenimpfstoffe sind Immunpräparate, die zur Prävention von Infektionen durch Streptococcus pneumoniae entwickelt wurden, einem Bakterium, das schwere Erkrankungen wie Pneumonie, und verursachen kann. Diese Impfstoffe wirken, indem sie Antigene – wie Polysaccharide oder konjugierte Proteine aus der Bakterienkapsel – einführen, um das Immunsystem zur Bildung schützender Antikörper anzuregen [1]. Es gibt zwei Haupttypen: konjugierte Impfstoffe und Polysaccharidimpfstoffe, die sich in ihrer Zusammensetzung, ihrem Wirkmechanismus und der von ihnen hervorgerufenen Immunantwort unterscheiden.

Arten von Pneumokokkenimpfstoffen

1. Pneumokokken-Konjugatimpfstoffe (PCV)

Konjugatimpfstoffe verbinden pneumokokkale Polysaccharide mit einem Trägerprotein, wodurch die Immunantwort verstärkt wird, indem T-Zellen aktiviert werden. Dies führt zu einer stärkeren, länger anhaltenden Immunität und besserem Schutz bei Säuglingen und immungeschwächten Personen. Zu den derzeit verfügbaren Konjugatimpfstoffen gehören:

  • PCV13 (Prevnar 13): Schützt vor 13 Serotypen von Streptococcus pneumoniae.
  • PCV15 (Vaxneuvance): Deckt 15 Serotypen ab.
  • PCV20 (Prevnar 20): Schützt vor 20 Serotypen.
  • PCV21 (Capvaxive): Ein 21-valenter Konjugatimpfstoff, der im Juni 2024 von der FDA für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen wurde [7].

Diese Impfstoffe werden für Säuglinge, Kleinkinder und Erwachsene empfohlen, insbesondere für Personen ab 50 Jahren oder mit bestimmten Grunderkrankungen [8].

2. Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff (PPSV23)

  • PPSV23 (Pneumovax 23): Enthält gereinigte Kapselpolysaccharide von 23 Serotypen von S. pneumoniae.
  • Er verwendet kein Trägerprotein und induziert daher eine T-Zell-unabhängige Immunantwort, die bei Säuglingen unter zwei Jahren und älteren Erwachsenen weniger wirksam ist.
  • PPSV23 wird hauptsächlich für Erwachsene ab 65 Jahren und Personen mit erhöhtem Risiko für pneumokokkale Erkrankungen aufgrund zugrundeliegender Erkrankungen empfohlen [9].

Immunologische Unterschiede und Wirkmechanismen

Der zentrale Unterschied zwischen Konjugat- und Polysaccharidimpfstoffen liegt in der Art der ausgelösten Immunantwort. Konjugatimpfstoffe verknüpfen Kapselpolysaccharide kovalent mit immunogenen Proteinen (z. B. CRM197, Diphtherietoxoid), wodurch die Immunantwort von T-Zell-unabhängig zu T-Zell-abhängig wird [10]. Diese Konjugation ermöglicht CD4+-T-Zellen, insbesondere folliculäre Helfer-T-Zellen (Tfh), kritische ko-stimulierende Signale an antigenspezifische B-Zellen zu geben, was zu Klassenwechsel, somatischer Hypermutation und der Bildung langlebiger Plasmazellen und Gedächtnis-B-Zellen führt [11].

Im Gegensatz dazu enthalten Polysaccharidimpfstoffe gereinigte Kapselpolysaccharide ohne Proteinkonjugation und lösen daher T-Zell-unabhängige Typ-2-Immunantworten (TI-2) aus. Polysaccharide verknüpfen direkt B-Zellrezeptoren, was zu einer schnellen, aber begrenzten Antikörperproduktion führt, hauptsächlich der Isotypen IgM und IgG2, mit minimalem Klassenwechsel und keiner signifikanten Bildung von Gedächtnis-B-Zellen [10].

Wirkungsunterschiede und Anwendung

Merkmal Konjugatimpfstoffe (PCV) Polysaccharidimpfstoff (PPSV23)
Immunantwort T-Zell-abhängig, führt zu stärkerer, länger anhaltender Immunität und Immunologischem Gedächtnis T-Zell-unabhängig, führt zu schwächerer und kürzer anhaltender Antwort
Wirksamkeit bei Kindern Hoch wirksam, auch bei Säuglingen unter 2 Jahren Nicht wirksam bei Kindern unter 2 Jahren
Serotypabdeckung PCV13 (13 Serotypen), PCV15 (15), PCV20 (20), PCV21 (21) Deckt 23 Serotypen ab
Anwendung bei Erwachsenen Empfohlen für alle Erwachsenen ≥50 Jahre und jüngere Erwachsene mit Risikofaktoren Wird bei Erwachsenen ≥65 Jahren und Hochrisikopersonen unter 65 empfohlen
Dosierung In der Regel weniger Dosen erforderlich; Einzeldosenregime für die meisten Erwachsenen In der Regel eine Einzeldosis, mit ein oder zwei Auffrischungen bei bestimmten Hochrisikogruppen

Konjugatimpfstoffe werden aufgrund ihrer überlegenen Immunogenität und Fähigkeit, die nasopharyngeale Besiedelung zu reduzieren, was zur beiträgt, für die meisten Erwachsenen bevorzugt [13].

Funktionalität und Herdenimmunität

PCVs induzieren funktionell überlegene Antikörper mit größerer opsonophagozytischer Aktivität (OPA), die als wichtiger Korrelat des Schutzes vor invasiven pneumokokkalen Erkrankungen (IPD) gilt [14]. Die T-Zell-Hilfe fördert die Entwicklung hochaffiner Antikörper, die pneumokokkale Bakterien effektiv opsonisieren und zur phagozytischen Eliminierung führen. Zudem wurde gezeigt, dass PCVs die nasopharyngeale Besiedelung durch vakzinabgedeckte Serotypen reduzieren, ein entscheidender Faktor zur Unterbrechung der Übertragung [15].

PPSVs hingegen erzeugen Antikörper mit geringerer funktioneller Aktivität und reduzieren die nasopharyngeale Besiedelung nicht zuverlässig, was ihre Fähigkeit zur Induktion von begrenzt [16]. Während PPSV23 Schutz vor IPD bei immunkompetenten Erwachsenen bietet, ist seine Wirksamkeit gegen nicht bakteriämische Pneumonie ungewisser [17].

Anwendung bei verschiedenen Altersgruppen

Säuglinge und Kleinkinder

Das unreife Immunsystem von Säuglingen unter zwei Jahren reagiert schlecht auf T-Zell-unabhängige Antigene. Daher sind Polysaccharidimpfstoffe in dieser Altersgruppe unwirksam. Konjugatimpfstoffe hingegen sind hochimmunogen und bilden die Grundlage der pädiatrischen Impfprogramme [18].

Ältere Erwachsene

Bei älteren Erwachsenen führt die Immunoseneszenz zu verminderter Impfstoffwirksamkeit. Dennoch schneiden PCVs in dieser Population besser ab als PPSVs. Studien zeigen, dass PCV13 bei Erwachsenen ab 65 Jahren höhere IgG-Konzentrationen und überlegene opsonophagozytische Titer induziert [19]. Neuere Impfstoffe wie PCV15, PCV20 und PCV21 erweitern die Serotypabdeckung und verbessern die Immunogenität [20].

Immungeschwächte Personen

Bei Personen mit eingeschränkter Immunfunktion (z. B. HIV-Infektion, hämatologische Erkrankungen) zeigen Konjugatimpfstoffe eine überlegene Immunogenität gegenüber Polysaccharidimpfstoffen [21]. PCVs sind daher die bevorzugte Wahl in diesen Hochrisikogruppen [22].

Empfehlungen und Zielgruppen für die Impfung

Die Impfempfehlungen für Pneumokokkenimpfstoffe basieren auf aktuellen Leitlinien der CDC und des Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP) und richten sich nach Alter, gesundheitlichem Status und individuellem Risikoprofil. Seit 2024 wird die Verwendung von vier Impfstoffen empfohlen: drei konjugierten Impfstoffen (PCV13, PCV15, PCV20 oder PCV21) und einem Polysaccharidimpfstoff (PPSV23) [23]. Die Empfehlungen zielen darauf ab, invasive pneumokokkale Erkrankungen wie Pneumonie, und bei Hochrisikogruppen zu verhindern und durch Herdenimmunität die Krankheitslast in der Bevölkerung zu senken.

Erwachsene ab 50 Jahren

Alle Erwachsenen ab 50 Jahren sollten eine Pneumokokken-Konjugatimpfung erhalten, um das Risiko schwerer Infektionen zu reduzieren. Personen, die noch keinen konjugierten Impfstoff erhalten haben, sollten eine Einzeldosis von PCV15, PCV20 oder dem neu zugelassenen PCV21 (CAPVAXIVE) verabreicht bekommen [8]. Wenn PCV15 verwendet wird, sollte dieser Impfstoff durch eine Dosis PPSV23 ergänzt werden, um einen umfassenderen Schutz zu gewährleisten [25]. Diese aktualisierte Empfehlung, die das Impfalter von 65 auf 50 Jahre senkt, berücksichtigt die zunehmende Krankheitslast bei jüngeren Erwachsenen mit Risikofaktoren und stärkt die Herdenimmunität [20].

Erwachsene ab 65 Jahren

Für alle Erwachsenen ab 65 Jahren wird empfohlen, den Impfschutz gegen Pneumokokken auf dem aktuellen Stand zu halten. Dies kann entweder durch eine Einzeldosis PCV20 oder durch die Gabe von PCV15 gefolgt von PPSV23 erfolgen. Die Entscheidung kann im Rahmen einer gemeinsamen klinischen Entscheidungsfindung getroffen werden, insbesondere bei Personen, die bereits ältere Impfstoffe wie PCV13 erhalten haben [25]. Diese Strategie nutzt die überlegene Immunogenität der konjugierten Impfstoffe und ermöglicht gleichzeitig eine breitere Serotypabdeckung durch die Kombination mit PPSV23 [20].

Kinder unter 5 Jahren

Die routinemäßige Impfung von Säuglingen und Kleinkindern ist zentraler Bestandteil der nationalen Impfprogramme. Die CDC empfiehlt eine Serie von vier Dosen eines Pneumokokken-Konjugatimpfstoffs, beginnend im Alter von 2 Monaten, gefolgt von weiteren Dosen bei 4 und 6 Monaten sowie einer Auffrischimpfung zwischen 12 und 15 Monaten [29]. Dieser Zeitplan schützt Kinder in einem besonders anfälligen Lebensabschnitt vor schweren Erkrankungen wie und und trägt durch die Reduktion der nasopharyngealen Besiedlung zur Herdenimmunität bei [30].

Personen mit erhöhtem Risiko

Menschen im Alter von 19 bis 64 Jahren mit bestimmten Grunderkrankungen gelten als hochriskant und sollten unabhängig vom Alter geimpft werden. Zu diesen Erkrankungen zählen chronische Herz-, Lungen-, Leber- oder Nierenerkrankungen, , immunsuppressive Zustände (z. B. durch HIV, Krebs oder Organtransplantation), Asplenie (Funktionsverlust der Milz), e oder Liquorfisteln [31]. Für diese Gruppen wird in der Regel ein konjugierter Impfstoff (PCV15 oder PCV20) gefolgt von PPSV23 empfohlen, wobei der zeitliche Abstand zwischen den Impfungen je nach vorherigem Impfstatus und Erkrankung variiert [32]. Auch Raucher und Personen mit im Alter von 19 bis 64 Jahren profitieren von einer Impfung aufgrund ihres erhöhten Risikos für pneumokokkale Pneumonie [31].

Zusammenfassung der wichtigsten Empfehlungen

  • Alle Erwachsenen ≥50 Jahre: Eine Dosis PCV15, PCV20 oder PCV21
  • Alle Erwachsenen ≥65 Jahre: Abschluss der Impfserie mit einem konjugierten und ggf. einem Polysaccharidimpfstoff
  • Kinder <5 Jahre: Vierfachserie eines konjugierten Impfstoffs (PCV13 oder PCV20) ab 2 Monaten
  • Hochrisikopersonen (19–64 Jahre): Konjugatimpfstoff gefolgt von PPSV23 gemäß spezifischem Zeitplan
  • Raucher und Asthmatiker (19–64 Jahre): Empfehlung zur Pneumokokkenimpfung

Diese Empfehlungen basieren auf den aktualisierten Leitlinien von CDC und ACIP aus dem Jahr 2024, die darauf abzielen, die Impfpläne zu vereinfachen und den Schutz für risikobehaftete Bevölkerungsgruppen zu verbessern [8][35]. Die gezielte Impfung dieser Gruppen ist entscheidend, um die durch antibiotikaresistente Stämme verursachten Erkrankungen einzudämmen und die öffentliche Gesundheit nachhaltig zu stärken.

Impfzeitpläne und Anwendung

Die Anwendung von pneumokokkenkonjugaten Impfstoffen erfolgt standardmäßig durch intramuskuläre Injektion, typischerweise in den Deltamuskel des Oberarms bei Erwachsenen und älteren Kindern oder in den anterioren Oberschenkel bei Säuglingen und Kleinkindern [36][37]. Die Impfzeitpläne variieren je nach Alter, Gesundheitszustand und individuellem Risikoprofil und basieren auf aktuellen Empfehlungen der CDC und des Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP).

Impfzeitpläne für Säuglinge und Kleinkinder

Für Säuglinge und Kleinkinder unter fünf Jahren ist eine routinemäßige Impfung mit einem Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (PCV) vorgesehen. Der empfohlene Zeitplan umfasst vier Dosen, die in der Regel im Alter von 2, 4 und 6 Monaten sowie einer abschließenden Auffrischungsdosis im Alter von 12 bis 15 Monaten verabreicht werden [3][39]. Diese Serie zielt darauf ab, frühzeitigen Schutz vor schweren Infektionen wie und zu gewährleisten. Die Impfstoffe PCV13 oder PCV20 werden hierfür verwendet, wobei die Auswahl je nach nationalen Empfehlungen variieren kann. Die frühe Impfung ist entscheidend, da das Immunsystem von Säuglingen auf Polysaccharidantigene nur unzureichend reagiert, was die Wirksamkeit des Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoffs (PPSV23) in diesem Alter ausschließt [18].

Impfzeitpläne für Erwachsene

Für Erwachsene wurden die Empfehlungen seit 2024 erheblich vereinfacht und erweitert. Alle Erwachsenen ab 50 Jahren sollten eine Impfung erhalten, unabhängig von vorherigen Impfungen oder gesundheitlichen Risikofaktoren [8]. Personen, die noch keinen konjugierten Impfstoff erhalten haben, sollten eine Einzeldosis von PCV15, PCV20 oder dem neu zugelassenen PCV21 (CAPVAXIVE) erhalten [8][20].

Für Erwachsene ab 65 Jahren gilt eine ähnliche Empfehlung: Entweder eine Einzeldosis PCV20 oder eine Dosis PCV15, gefolgt von einer Dosis PPSV23 mindestens ein Jahr später [44][8]. Diese Abfolge nutzt die immunologischen Vorteile des konjugierten Impfstoffs, der eine stärkere und langlebigere Immunantwort durch T-Zell-abhängige Mechanismen hervorruft, während PPSV23 eine breitere Abdeckung von 23 Serotypen bietet [13]. Bei Personen mit erhöhtem Risiko (z. B. Immunschwäche, chronische Erkrankungen) können zusätzliche Dosen oder angepasste Zeitpläne erforderlich sein.

Anwendung bei Personen mit erhöhtem Risiko

Bestimmte medizinische Bedingungen erhöhen das Risiko für invasive pneumokokkenbedingte Erkrankungen erheblich. Dazu gehören chronische Herz-, Lungen-, Leber- oder Nierenerkrankungen, , Immundefizienz (z. B. durch HIV, Krebserkrankungen oder Organtransplantationen), Asplenie, und Liquorfisteln [31]. Für diese Gruppe im Alter von 19 bis 64 Jahren wird ebenfalls die Gabe eines konjugierten Impfstoffs (PCV15 oder PCV20) empfohlen, oft gefolgt von einer Dosis PPSV23, wobei der genaue Zeitplan auf dem individuellen Gesundheitszustand und der Impfgeschichte basiert [32]. Auch Raucher und Menschen mit Asthma im Alter von 19 bis 64 Jahren gelten als Risikogruppe und sollten geimpft werden [31].

Wichtige Anwendungshinweise und Abstände

Um eine optimale Immunantwort zu gewährleisten, sollten pneumokokkenbezogene Impfstoffe nicht während derselben Sitzung verabreicht werden. Zwischen der Gabe von konjugierten und Polysaccharidimpfstoffen müssen angemessene Intervalle eingehalten werden, insbesondere wenn PCV15 und PPSV23 kombiniert werden [50]. Die genauen Abstände hängen vom individuellen Impfplan und den vorherigen Impfungen ab. Die Impfstoffe sollten stets innerhalb des empfohlenen Temperaturbereichs von 2 °C bis 8 °C gelagert werden, um ihre Wirksamkeit zu erhalten, was strenge Anforderungen an die und das Logistiksystem stellt, insbesondere in ressourcenarmen Umgebungen [51]. Die Integration in bestehende Impfprogramme und die Schulung des medizinischen Personals sind entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung dieser Zeitpläne.

Nebenwirkungen und Sicherheitsaspekte

Pneumokokkenimpfstoffe gelten als sicher für die meisten Personen, wobei die überwiegende Mehrheit der Nebenwirkungen milde und vorübergehend ist. Umfassende Sicherheitsüberwachung durch Gesundheitsbehörden wie die CDC und die WHO bestätigt ein günstiges Sicherheitsprofil sowohl für konjugierte Impfstoffe (PCV) als auch für Polysaccharidimpfstoffe (PPSV) [52].

Häufige Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen von Pneumokokkenimpfstoffen sind in der Regel milde und klingen innerhalb weniger Tage von selbst ab. Zu diesen zählen:

  • Reaktionen an der Injektionsstelle: Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Empfindlichkeit an der Einstichstelle sind die häufigsten Reaktionen. Sie treten bei einer signifikanten Zahl der Geimpften auf, insbesondere bei Erwachsenen, die neuere konjugierte Impfstoffe wie PCV20 erhalten [53].
  • Systemische Symptome: Leichte Fieberanfälle, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Muskelschmerzen (Myalgie) und Gelenkschmerzen (Arthralgie) werden ebenfalls häufig berichtet, besonders bei Erwachsenen [54].
  • Lokale Juckreiz oder Hauterhebungen: Einige Personen können juckende oder erhabene Stellen an der Injektionsstelle bemerken [55].

Bei Kindern sind die Nebenwirkungen ähnlich mild und können Reizbarkeit, verminderten Appetit und leichtes Fieber umfassen [56].

Sicherheitsüberlegungen und seltene unerwünschte Ereignisse

Obwohl schwere Nebenwirkungen selten sind, können sie auftreten. Wichtige Sicherheitsaspekte umfassen:

  • Allergische Reaktionen: Wie bei jedem Impfstoff besteht ein geringes Risiko für schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie), die Nesselsucht, Atembeschwerden, Schwellungen im Gesicht oder Hals sowie Engegefühl in der Brust umfassen können. Solche Reaktionen treten typischerweise innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Impfung auf und erfordern sofortige medizinische Behandlung [57].
  • Arthus-Reaktionen: In seltenen Fällen können Personen mit hohen Vorbestandantikörpern Arthus-artige Überempfindlichkeitsreaktionen erleben, gekennzeichnet durch starke lokale Schwellungen und Schmerzen. Diese sind bei wiederholten Dosen bei Erwachsenen mit vorheriger Exposition gegenüber Pneumokokkenimpfstoffen wahrscheinlicher [58].
  • Reaktive Atemwegserkrankungen: Einige Studien deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Impfung mit konjugierten Impfstoffen und einem erhöhten Risiko für reaktive Atemwegserkrankungen wie Asthma hin, obwohl die Befunde nicht einheitlich sind und weitere Forschung erforderlich ist [59].

Sicherheitsüberwachung und wissenschaftliche Evidenz

Umfangreiche klinische Studien vor der Zulassung und Nachmarktforschung unterstützen die Sicherheit von Pneumokokkenimpfstoffen. Beispielsweise:

  • Die CDC berichtet, dass in klinischen Studien zu PCV20 die meisten unerwünschten Ereignisse mild waren und schwere Ereignisse zwischen der Impfstoff- und Placebogruppe ausgeglichen waren, ohne dass impfstoffbedingte Todesfälle identifiziert wurden [3].
  • Eine Analyse von 2024 der Daten des Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS) ergab, dass über 81 % der berichteten unerwünschten Ereignisse nach Gabe von PCV20 nicht schwerwiegend waren [61].
  • Systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen, darunter eine Studie aus dem Jahr 2025, bestätigten erneut die Sicherheit und Wirksamkeit von konjugierten Impfstoffen bei Kindern, ohne wesentliche Sicherheitsbedenken zu identifizieren [62].
  • Der Globale Beratende Ausschuss für Impfstoffsicherheit der WHO hat festgestellt, dass das Sicherheitsprofil von konjugierten Impfstoffen weiterhin beruhigend ist und seit ihrer Einführung im Jahr 2000 kein einheitlicher Nachweis für signifikante Nebenwirkungen vorliegt [63].

Die überwältigende Evidenz belegt, dass der Nutzen der Impfung die Risiken bei Kindern und Erwachsenen bei weitem überwiegt [64].

Immunologische Grundlagen und Herdenimmunität

Pneumokokkenimpfstoffe funktionieren durch die gezielte Stimulation des Immunsystems, um schützende Antikörper gegen Streptococcus pneumoniae zu erzeugen. Der entscheidende Unterschied zwischen konjugierten Impfstoffen (PCVs) und Polysaccharidimpfstoffen (PPSVs) liegt in ihrem immunologischen Wirkmechanismus, der die Qualität, Dauer und Breite der Immunität bestimmt. PCVs enthalten bakterielle Polysaccharide, die kovalent an ein Trägerprotein (z. B. CRM197, Diphtherietoxoid) gebunden sind. Diese Konjugation verändert die Immunantwort von einer T-Zell-unabhängigen zu einer T-Zell-abhängigen Reaktion [10]. Dadurch können CD4+-T-Zellen, insbesondere folliculäre Helfer-T-Zellen (Tfh), B-Zellen in den Keimzentren unterstützen. Dies führt zu einer Klassenwechselreifung, somatischen Hypermutation und der Bildung langlebiger Plasmazellen sowie Gedächtnis-B-Zellen (MBCs) [11]. Diese Mechanismen ermöglichen eine starke, langanhaltende Immunität und immunologische Erinnerung, was besonders für den Schutz von Säuglingen und immungeschwächten Personen entscheidend ist [18].

Im Gegensatz dazu enthalten PPSVs reine, nicht konjugierte Kapselpolysaccharide und lösen eine T-Zell-unabhängige Typ-2-Immunantwort (TI-2) aus. Hier binden die Polysaccharide direkt an die B-Zell-Rezeptoren und führen zu einer schnellen, aber begrenzten Antikörperproduktion, hauptsächlich von den IgM- und IgG2-Isotypen, ohne nennenswerte Bildung von Gedächtnis-B-Zellen oder langlebigen Plasmazellen [10]. Dies führt zu einer schwächeren und kürzeren Immunität, die innerhalb von 3–5 Jahren, besonders bei älteren Erwachsenen, abnimmt [69]. PCVs erzeugen daher höhere und nachhaltigere Antikörperspiegel, eine stärkere Antikörperaffinität und eine robustere Immunantwort im Vergleich zu PPSVs [70]. Darüber hinaus weisen die von PCVs induzierten Antikörper eine höhere opsonophagozytische Aktivität (OPA) auf, was als zentraler Korrelat des Schutzes gegen invasive pneumokokkale Erkrankungen (IPD) gilt, da sie die Phagozytose von Pneumokokken durch Immunzellen effektiv fördern [14].

Herdenimmunität und indirekter Schutz durch Konjugatimpfstoffe

Ein entscheidender Vorteil von PCVs gegenüber PPSVs ist ihre Fähigkeit, Herdenimmunität zu erzeugen. PCVs reduzieren signifikant die nasopharyngeale Besiedlung (Kolonisation) durch vakzinentypische Pneumokokken, insbesondere bei geimpften Kindern, die als Hauptreservoir für die Übertragung gelten [72]. Durch diese Unterbrechung der Übertragungskette schützen PCVs nicht nur die Geimpften, sondern auch Ungeimpfte in der Bevölkerung. Diese indirekte Wirkung wurde eindrucksvoll nach der Einführung von PCV7 und PCV13 beobachtet: In den USA sank die Inzidenz von IPD durch vakzinentypische Serotypen bei ungeimpften Erwachsenen über 65 Jahren um 69 % [72]. Ähnliche Effekte wurden für nicht-invasive Erkrankungen wie ambulant behandelte Pneumonien nachgewiesen [74]. Die Stärke der Herdenimmunität hängt direkt mit der Impfquote zusammen; hohe Durchimpfungsraten führen zu einer effektiveren Unterbrechung der Übertragung [75].

Im Gegensatz dazu reduzieren PPSVs die nasopharyngeale Kolonisation nicht zuverlässig und tragen daher nicht zur Herdenimmunität bei [76]. Ihr Schutz ist auf die direkt geimpften Individuen beschränkt, was ihre Wirksamkeit als öffentliches Gesundheitsinstrument zur Kontrolle der Krankheitslast in der Bevölkerung erheblich einschränkt. Diese fundamentalen immunologischen Unterschiede erklären, warum aktuelle Impfempfehlungen PCVs für alle Altersgruppen bevorzugen, um sowohl den individuellen Schutz zu maximieren als auch die breiten öffentlichen Gesundheitsvorteile der Herdenimmunität zu nutzen [8]. Die Einführung von PCVs hat die Epidemiologie von pneumokokkalen Infektionen weltweit nachhaltig verändert und zu dramatischen Rückgängen der Krankheitslast geführt [78].

Alter- und populationsabhängige Immunantworten

Die Wirksamkeit der Impfstoffe variiert erheblich je nach Alter und Immunstatus. Bei Säuglingen unter zwei Jahren ist das Immunsystem noch unreif und reagiert sehr schlecht auf T-Zell-unabhängige Antigene. Daher sind PPSVs in dieser Altersgruppe ineffektiv und werden nicht empfohlen [18]. PCVs hingegen sind aufgrund ihrer T-Zell-abhängigen Wirkweise hochgradig immunogen und bilden die Grundlage für alle pädiatrischen Impfprogramme. Die Grundimmunisierung mit PCV führt zu einer starken Priming-Reaktion, die robuste Booster-Antworten und langfristigen Schutz ermöglicht [80].

Bei älteren Erwachsenen führt die Immunoseneszenz – der altersbedingte Rückgang der Immunfunktion – zu einer verminderten Impfstoffwirksamkeit. Dennoch übertrumpfen PCVs PPSVs in dieser Bevölkerungsgruppe. Studien zeigen, dass PCV13 bei Erwachsenen über 65 Jahren höhere IgG-Konzentrationen und bessere opsonophagozytische Titer erzeugt als PPSV23 [19]. PCVs induzieren zudem nachweisbare Gedächtnis-B-Zell-Antworten, die mindestens zwei Jahre anhalten, während PPSV kaum Gedächtnisbildung fördert [82]. Bei immungeschwächten Personen (z. B. mit HIV-Infektion, hämatologischen Erkrankungen oder Immunsuppression) demonstrieren PCVs konsistent eine überlegene Immunogenität im Vergleich zu PPSVs [21]. Aufgrund dieser Vorteile wird PCV13 bei HIV-infizierten Erwachsenen eine höhere und nachhaltigere Serotyp-spezifische IgG-Produktion und stärkere Gedächtnis-B-Zell-Antworten zugeschrieben [21]. Die Entwicklung von höherwertigen Konjugatimpfstoffen (PCV15, PCV20, PCV21) hat die Serotypabdeckung und die Immunogenität bei älteren Erwachsenen weiter verbessert [20].

Serotypabdeckung, Serotypersatz und Impfstoffentwicklung

Die Entwicklung und Weiterentwicklung von pneumokokkalen Konjugatimpfstoffen (PCV) ist eng mit der Dynamik der Serotypabdeckung und des Serotypersatzes verbunden. Streptococcus pneumoniae umfasst über 100 unterschiedliche Kapselserotypen, von denen nur eine Untergruppe für die meisten invasiven pneumokokkalen Erkrankungen (IPD) verantwortlich ist. Die Impfstoffentwicklung zielt darauf ab, die verfügbare Serotypabdeckung kontinuierlich an die sich wandelnde Epidemiologie anzupassen, um die öffentliche Gesundheit bestmöglich zu schützen [20].

Serotypabdeckung und Impfstoffformulierung

Die Serotypabdeckung pneumokokkaler Impfstoffe ist direkt abhängig von der Antigenauswahl in der Formulierung. Die neueren, höherwertigen Impfstoffe wie PCV20 und PCV21 (CAPVAXIVE) wurden entwickelt, um die Lücken in der Abdeckung zu schließen, die nach der Einführung von PCV13 verblieben sind. PCV20 erweitert die Abdeckung von PCV15 um sieben zusätzliche Serotypen: 8, 10A, 11A, 12F, 15B, 22F und 33F [87]. Diese Serotypen wurden aufgrund ihrer zunehmenden Beteiligung an IPD, insbesondere bei Erwachsenen, ausgewählt. PCV21 fügt weitere Serotypen hinzu und zielt darauf ab, bis zu 84 % der IPD-Fälle bei Erwachsenen abzudecken [20]. Die Auswahl dieser Serotypen basiert auf globalen Überwachungsdaten, wie sie durch Initiativen wie das PSERENADE-Projekt generiert werden, das die Verteilung von Serotypen in über 70 Ländern analysiert [89].

Die Erweiterung der Valenz von PCV13 auf PCV20 und PCV21 war eine direkte Reaktion auf die epidemiologischen Daten, die zeigten, dass Serotypen wie 8, 12F, 15B/C, 22F und 33F nach der Einführung von PCV13 an Bedeutung gewannen [90]. Diese Daten-getriebene Strategie stellt sicher, dass die Impfstoffe gegen diejenigen Serotypen gerichtet sind, die für den verbleibenden Krankheitslast am relevantesten sind. Die Abdeckung durch PCV20 beträgt etwa 62–66 % der aktuellen IPD-Fälle bei Erwachsenen, verglichen mit 43 % durch PCV13 [91].

Serotypersatz und seine Folgen

Der Begriff Serotypersatz beschreibt das Phänomen, bei dem die Reduktion von Impfstoffserotypen (VT) nach der Einführung von PCVs durch einen Anstieg der Krankheiten durch Nicht-Impfstoffserotypen (NVT) ausgeglichen wird [92]. Dies geschieht, weil die Impfung die nasopharyngeale Besiedlung durch VT-Serotypen reduziert und dadurch ökologischen Raum für NVT schafft, um zu kolonisieren und möglicherweise invasive Erkrankungen auszulösen [93]. Dieser Prozess stellt eine der größten Herausforderungen für die langfristige Wirksamkeit serotypspezifischer Impfstoffe dar.

Nach der Einführung von PCV7, PCV10 und PCV13 wurde ein signifikanter Rückgang der VT-IPD beobachtet, der jedoch teilweise durch einen Anstieg der NVT-IPD ausgeglichen wurde. In Industrieländern haben sich Serotypen wie 8, 9N, 15A, 23B und 12F als zunehmend wichtige Ursachen für IPD etabliert, insbesondere im Post-PCV13-Zeitalter [94]. Das PSERENADE-Projekt hat bestätigt, dass NVT nun einen beträchtlichen und wachsenden Anteil der verbleibenden IPD ausmachen, wobei die dominierenden Serotypen regional variieren [89]. Dieser Serotypersatz führt zu einer Diversifizierung der verbleibenden Krankheitslast und könnte die langfristigen Vorteile einer einfachen Erweiterung der Impfstoffvalenz verringern [94].

Serotypersatz und antimikrobielle Resistenz

Ein besorgniserregender Aspekt des Serotypersatzes ist seine Verbindung zur antimikrobiellen Resistenz (AMR). Während PCVs zu einem Rückgang der antimikrobiell-resistenten VT-Stämme beigetragen haben, da viele dieser Serotypen historisch mit hohen Resistenzraten assoziiert waren, hat der Serotypersatz zur Ausbreitung resistenter NVT geführt. Mathematische Modelle und epidemiologische Studien legen nahe, dass die Impfung die relative Häufigkeit von Antibiotikaresistenz unter NVT erhöhen kann, indem sie den Wettbewerb durch resistente VT-Stämme beseitigt und es so ermöglicht, dass vorbestehende resistente NVT expandieren [97]. Beispielsweise hat sich der multiresistente 15A-CC63-Substamm global nach der Einführung von PCV13 verbreitet [98]. Genomische Analysen haben gezeigt, dass erfolgreiche, multiresistente Linien wie GPSC10 mit Serotypersatz und der Ausbreitung von NVT wie 24F und 15A verknüpft sind [99]. Dies unterstreicht, dass die Bekämpfung der AMR eine integrierte Strategie erfordert, die Impfung mit einer verantwortungsvollen Antibiotikaverwendung kombiniert [100].

Genetische Mechanismen: Kapselwechsel und mikroevolutionäre Anpassung

Die Anpassung von S. pneumoniae an den Impfdruck erfolgt nicht nur durch die bloße Expansion existierender NVT-Linien, sondern auch durch mikroevolutionäre Veränderungen. Ein zentraler Mechanismus ist der Kapselwechsel, bei dem Pneumokokkenstämme durch homologe Rekombination am Kapselbiosyntheselokus (cps) ein neues Kapselgen erwerben [101]. Dies ermöglicht es einem genetischen Hintergrund, der gegen Antibiotika resistent ist, eine Nicht-Impfstoffkapsel zu exprimieren und so der Impfstoff-induzierten Immunität zu entkommen. Das Genomsequenzierungsprojekt des Globalen Pneumokokkenkonsortiums hat spezifische Linien identifiziert, die mit Serotypersatz und Antibiotikaresistenz im Post-PCV13-Zeitalter assoziiert sind, was auf Fitnessvorteile hinweist [102]. Diese genetische Anpassungsfähigkeit des Erregers erfordert eine kontinuierliche genomische Überwachung, um die Wirksamkeit der Impfstrategien zu gewährleisten [103].

Strategien zur Überwindung des Serotypersatzes: Nächste Generation von Impfstoffen

Um die Einschränkungen serotypbasierter Impfstoffe zu überwinden, konzentriert sich die Entwicklung der nächsten Generation auf Impfstoffe, die eine breitere, serotypunabhängige Schutzimpfung ermöglichen. Der Hauptansatz ist die Entwicklung von proteinbasierten Impfstoffen, die auf konservierte pneumokokkale Proteine abzielen, die an der Besiedlung und Pathogenese beteiligt sind, wie zum Beispiel Pneumokokken-Oberflächenprotein A (PspA), Pneumolysin und andere Virulenzfaktoren [104]. Diese konservierten Oberflächenproteine sind vielversprechende Impfstoffantigene, da sie in verschiedenen Stämmen von S. pneumoniae vorkommen [105]. Obwohl Herausforderungen bestehen, da die Kapsel den Zugang von Antikörpern zu Oberflächenproteinen behindern kann, stellen diese innovativen Strategien einen vielversprechenden Weg dar, um eine breitere und nachhaltigere Schutzimpfung gegen pneumokokkale Erkrankungen zu erreichen und die durch den Serotypersatz verursachten Probleme zu verringern [106].

Rolle der globalen Überwachung und Impfpolitik

Die globale Überwachung von Streptococcus pneumoniae-Infektionen und die darauf basierende Impfpolitik sind entscheidend für die effektive Kontrolle der durch pneumokokkale Erkrankungen verursachten Krankheitslast. Systeme wie die Active Bacterial Core surveillance (ABCs) der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und Initiativen der World Health Organization (WHO) liefern hochwertige, populationsbasierte Daten über Inzidenz, Serotypenverteilung und demografische Muster der invasiven pneumokokkalen Erkrankung (IPD) [107]. Diese Informationen sind unerlässlich, um den Impfstoffeinsatz zu bewerten, Serotypersatz zu erkennen und die Entwicklung neuer Impfstoffe zu steuern. Die ABCs-Überwachung deckt etwa 16 Millionen Menschen in 10 US-Bundesstaaten ab und erfasst detaillierte Daten zu Patientendemografie, klinischen Ergebnissen, Serotypen und antimikrobiellen Resistenzmustern [108]. Diese Daten haben die dramatischen Rückgänge der IPD nach der Einführung von pneumokokkalen Konjugatimpfstoffen (PCV) dokumentiert und zeigen gleichzeitig den indirekten Schutz (Herdenimmunität) in nicht geimpften Bevölkerungsgruppen [90].

WHO und globale Überwachungsnetzwerke

Auf globaler Ebene spielt die WHO eine zentrale Rolle durch ihre Strategische Beratungsgruppe für Experten zur Immunisierung (SAGE), die Impfempfehlungen auf der Grundlage von Überwachungsdaten, Wirksamkeitsstudien und Schätzung der Krankheitslast herausgibt [110]. Die neueste WHO-Stellungnahme zu pneumokokkalen Konjugatimpfstoffen aus dem Jahr 2025 bekräftigt die Wichtigkeit der PCV-Immunisierung bei Säuglingen und Kleinkindern und betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung, um den Impfstoffeinsatz und die Serotypdynamik zu überwachen [30]. Die WHO koordiniert zudem die globale Impfüberwachung über die Global Health Observatory (GHO), die die Impfquote gegen PCV3 (Drei-Dosen-Serie) bei Einjährigen weltweit verfolgt [112]. Um Lücken in der serotypspezifischen Überwachung zu schließen, wurden globale Initiativen wie das Pneumococcal Serotype Replacement and Distribution Estimation (PSERENADE)-Projekt ins Leben gerufen. PSERENADE, das von der London School of Hygiene & Tropical Medicine in Zusammenarbeit mit der WHO geleitet wird, sammelt und analysiert systematisch IPD-Serotypdaten aus über 70 Ländern, die PCV10 oder PCV13 verwenden [5]. Dieses Projekt hat divergierende Muster des Serotypersatzes in den verschiedenen WHO-Regionen aufgezeigt, wobei Serotypen wie 12F, 15B/C, 22F und 33F nach der Impfung konsistent an Bedeutung gewonnen haben [89].

Nutzung von Überwachungsdaten für die Impfstoffformulierung

Die Auswahl der Serotypen für aktualisierte pneumokokkale Impfstoffe ist ein datengesteuerter Prozess, der stark auf Überwachungsergebnissen beruht. Impfstoffe mit höherer Valenz wie PCV15 und PCV20 wurden speziell entwickelt, um Serotypen abzudecken, die in der Post-PCV13-Ära zu bedeutenden Ursachen der IPD geworden sind [115]. PCV20 beispielsweise enthält sieben zusätzliche Serotypen (8, 10A, 11A, 12F, 15B, 22F, 33F), die aufgrund ihres zunehmenden Beitrags zur Krankheitslast in den USA und weltweit ausgewählt wurden [116]. Bei der Auswahl werden nicht nur die Prävalenz, sondern auch die Invasivität, die antimikrobielle Resistenz und das Übertragungspotential berücksichtigt. Ganz-Genom-Sequenzierungsdaten aus Überwachungssystemen ermöglichen zudem die Identifizierung erfolgreicher pneumokokkaler Linien, die mit Serotypersatz und Resistenz assoziiert sind, und verfeinern so die Impfstoffentwicklung [102].

Einfluss auf Impfpolitik und -empfehlungen

Die Daten aus globalen und nationalen Überwachungssystemen bilden die evidenzbasierte Grundlage für Impfempfehlungen. Die Einführung von PCVs in die nationalen Immunisierungsprogramme von Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen wird maßgeblich durch die Schätzung der Krankheitslast beeinflusst. Streptococcus pneumoniae ist eine der häufigsten Ursachen bakterieller Pneumonie, und Sepsis bei Kindern, wobei die höchsten Sterblichkeitsraten in Ländern mit niedrigem Einkommen auftreten [118]. Die Gavi, the Vaccine Alliance spielt eine entscheidende Rolle, indem sie die finanzielle Unterstützung für die Einführung von PCVs in Ländern mit niedrigem Einkommen ermöglicht, die ansonsten aufgrund hoher Kosten nicht in der Lage wären, die Impfstoffe zu beschaffen [119]. Gavi nutzt dabei wirtschaftliche Bewertungen, die belegen, dass PCVs kosteneffektiv oder sogar kostensparend sind, wenn indirekte Effekte wie die Herdenimmunität und die reduzierten Gesundheitskosten berücksichtigt werden [120]. Zudem unterstützen Gavi und die WHO die Stärkung der nationalen Regulierungsbehörden und des Kältekettensystems, um die reibungslose Einführung und den nachhaltigen Einsatz der Impfstoffe sicherzustellen [121].

Herausforderungen bei der globalen Gleichheit

Trotz des globalen Fortschritts bestehen erhebliche Ungleichheiten beim Zugang zu pneumokokkalen Impfstoffen. Kinder in ländlichen Gebieten haben oft eine geringere Impfquote als ihre städtischen Altersgenossen [122]. Diese Diskrepanzen werden durch strukturelle Barrieren wie schwache Gesundheitssysteme, finanzielle Belastungen und kulturelle Faktoren wie Impfzögerlichkeit verstärkt [123]. Pooled-Procurement-Mechanismen durch Organisationen wie UNICEF und den PAHO-Revolving Fund tragen dazu bei, Preise zu senken und die Versorgungssicherheit zu erhöhen, was den Zugang in ressourcenarmen Umgebungen verbessert [124][125]. Dennoch bleibt die Schließung der Immunisierungslücke, insbesondere in "letzten Meilen"- und mittleren Einkommensländern, eine öffentliche Gesundheitspriorität, um die volle Wirksamkeit von PCVs zur Verringerung der Kindersterblichkeit zu realisieren [123].

Zugang, Gerechtigkeit und gesundheitssystemische Herausforderungen

Der Zugang zu pneumokokkenkonjugierten Impfstoffen (PCVs) bleibt global ungleich verteilt, wobei strukturelle, finanzielle und gesundheitssystemische Faktoren die Impfquote in vulnerablen und unterversorgten Bevölkerungsgruppen beeinträchtigen. Obwohl PCVs die Inzidenz von invasiven pneumokokkenbedingten Erkrankungen (IPD) in Hochinzidenzländern erheblich reduziert haben, bleibt die Impfquote in vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) unzureichend. Diese Ungleichheit wird durch eine Kombination aus finanziellen Beschränkungen, schwachen Gesundheitssystemen, logistischen Herausforderungen und sozioökonomischen Faktoren verstärkt [127]. Ein zentrales Problem ist die finanzielle Nachhaltigkeit, insbesondere für mittländische Länder (MICs), die aus der Unterstützung von Gavi aussteigen und plötzlich mit stark gestiegenen Impfstoffkosten konfrontiert sind. Während untere mittländische Länder eine PCV-Abdeckung von 71 % erreichen, sinkt diese in oberen mittländischen Ländern auf 48 %, was die finanziellen Hürden nach Gavi-Unterstützung verdeutlicht [128].

Finanzielle und infrastrukturelle Barrieren

Ein zentraler Faktor für den begrenzten Zugang zu pneumokokkenbedingten Impfstoffen ist die hohe Kostenbelastung, besonders in LMICs ohne Zugang zu subventionierten Preismodellen. Gavi hat durch seine Advance Market Commitment (AMC) entscheidend zur Verbesserung des Zugangs beigetragen, indem sie die Impfstoffbeschaffung subventionierte und Preise stabilisierte [129]. Beispielsweise ermöglichte die AMC Indien die landesweite Einführung des PCV, wodurch über 90 % der jährlichen Geburten erreicht wurden [130]. Dennoch bleibt die langfristige Erschwinglichkeit eine Herausforderung, da begrenzte gestaffelte Preisgestaltung und eine marktliche Konzentration unter wenigen Herstellern die Preise hoch halten [131]. Darüber hinaus erfordert die Impfstofflieferkette eine intakte Kühlkette, die zwischen 2 °C und 8 °C gehalten werden muss, um die Wirksamkeit der Impfstoffe zu bewahren [51]. In abgelegenen oder konfliktbetroffenen Gebieten können unzuverlässige Stromversorgung und Transportnetze die Impfstoffqualität beeinträchtigen und die Verschwendung erhöhen. Die WHO empfiehlt den Einsatz speziell konstruierter Kühlschränke, kontinuierliche Temperaturüberwachung und validierte Kaltboxen, um die Integrität der Impfstoffe zu gewährleisten [133].

Ungleichheiten im Zugang und Impfzögerlichkeit

Geografische und sozioökonomische Unterschiede führen zu signifikanten Ungleichheiten im Impfzugang. Kinder in ländlichen Gebieten haben weltweit eine geringere Wahrscheinlichkeit, die vollständige PCV-Serie abzuschließen, im Vergleich zu ihren städtischen Altersgenossen [122]. In den USA beispielsweise haben ländliche Erwachsene aufgrund von Versorgungslücken und Transportbarrieren geringeren Zugang zu Impfungen [135]. Sozioökonomische Faktoren wie Einkommen, elterliche Bildung und Haushaltsvermögen beeinflussen die Impfquote stark, wobei Kinder aus ärmeren Haushalten und mit weniger gebildeten Betreuungspersonen seltener geimpft werden [136]. Zudem spielt die Impfzögerlichkeit eine bedeutende Rolle, die durch Fehlinformationen, kulturelle Überzeugungen und Misstrauen gegenüber Gesundheitssystemen verursacht wird [137]. In Kenia identifizierten qualitative Studien Bedenken hinsichtlich Nebenwirkungen und der wahrgenommenen geringen Krankheitsgefahr als Haupthindernisse für die Routineimpfung, was aufgeklärte Aufklärungskampagnen erforderlich macht [138].

Politische Entscheidungsfindung und globale Mechanismen

Die Einführung von PCVs in nationale Impfprogramme erfordert evidenzbasierte politische Entscheidungen, die oft durch fehlende lokale Daten über die Krankheitslast, Serotypverteilung und Kosten-Nutzen-Analysen behindert werden [139]. Die WHO empfiehlt, dass Länder vor der Einführung neuer Impfstoffe wirtschaftliche Bewertungen durchführen, um die Budgetallokation zu unterstützen [139]. Obwohl PCVs als kosteneffektiv gelten, fehlt vielen LMICs die technische Kapazität, solche Analysen durchzuführen, was die politische Entscheidungsfindung verzögert [141]. Globale Mechanismen wie die regulatorische Harmonisierung durch das African Medicines Regulatory Harmonisation (AMRH) und die Zusammenarbeit über ZAZIBONA beschleunigen die Zulassung von Impfstoffen in Afrika, was die Einführung beschleunigt [142]. UNICEF fungiert als primärer Beschaffungsagent für Gavi-unterstützte Länder und nutzt seine globale Reichweite, um erschwingliche, qualitätsgesicherte PCVs zu beschaffen. Durch die AMC konnten Preise drastisch gesenkt werden, beispielsweise um 43 % auf 2,00 USD pro Dosis, was die Erschwinglichkeit verbesserte [124]. Im amerikanischen Kontinent gewährleistet der PAHO Revolving Fund durch aggregierte Nachfrage und wirtschaftliche Skaleneffekte einen gerechten Zugang zu Impfstoffen für alle Mitgliedsstaaten [125].

Strategien zur Überwindung von Herausforderungen

Um die bestehenden Barrieren zu überwinden, sind mehrschichtige Strategien erforderlich. Dazu gehören die Stärkung der Gesundheitssysteme, die Entwicklung innovativer Finanzierungsmodelle, die Bekämpfung der Impfzögerlichkeit und die Priorisierung von Gerechtigkeit. Die Integration von Impfkampagnen in bestehende Plattformen wie Programme zur Mütter- und Kindergesundheit kann die Effizienz und Reichweite verbessern [145]. Mobile Impfaktionen, communitybasierte Verteilung und die Einbeziehung von Apotheken können den Zugang in abgelegenen Gebieten erhöhen [146]. Zudem ist die Entwicklung thermostabiler Impfstoffe, die außerhalb der traditionellen Kühlkette gelagert werden können, ein vielversprechender Ansatz zur Verbesserung der Lieferkette in ressourcenarmen Umgebungen [147]. . Die Stärkung lokaler Impfstoffproduktion, wie durch die Partnership for African Vaccine Manufacturing (PAVM) angestrebt, könnte die Abhängigkeit von Importen verringern und die Versorgungssicherheit erhöhen [148]. Abschließend ist eine nachhaltige Finanzierung durch Haushaltslinien, Gesundheitsversicherungen und innovative Finanzinstrumente entscheidend, um die Impfprogramme auch nach dem Ausstieg aus der Gavi-Unterstützung aufrechtzuerhalten [149].

Referenzen