Die ist eine natürliche biologische Phase im Leben einer Frau, die durch die endgültige Beendigung der Menstruationszyklen gekennzeichnet ist und das Ende der Fortpflanzungsfähigkeit markiert. Sie tritt typischerweise zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein, wobei das durchschnittliche Alter bei etwa 51 Jahren liegt, wie Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des National Institute on Aging (NIA) belegen. Die Menopause wird nach zwölf aufeinanderfolgenden monatfreien Monaten diagnostiziert und ist das Ergebnis einer altersbedingten Abnahme der Eierstockfunktion, die zu einem Rückgang der Hormone Östrogen und Progesteron führt. Dieser hormonelle Wandel verursacht eine Vielzahl von körperlichen und emotionalen Symptomen, darunter Hitzewallungen, Nacht-schweiß, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und vaginale Trockenheit. Die Übergangsphase davor, die Perimenopause, kann mehrere Jahre andauern und ist geprägt von unregelmäßigen Zyklen und hormonellen Schwankungen. Langfristig erhöht die hormonelle Umstellung das Risiko für Erkrankungen wie Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Behandlung umfasst je nach Symptomen und individuellem Risikoprofil verschiedene Ansätze, darunter Hormonersatztherapie (HRT), nicht-hormonelle Medikamente wie SSRIs oder Gabapentin sowie Lebensstiländerungen wie Ernährung und Bewegung. Kulturelle und soziale Faktoren beeinflussen stark, wie die Menopause erlebt und wahrgenommen wird, was die Notwendigkeit eines ganzheitlichen, patientenzentrierten Ansatzes unterstreicht [1][2][3].

Definition und Diagnose der Menopause

Die ist ein natürlicher biologischer Meilenstein im Leben einer Frau, der durch die endgültige Beendigung der Menstruationszyklen gekennzeichnet ist und das Ende der Fortpflanzungsfähigkeit markiert [1]. Sie tritt typischerweise zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein, wobei das durchschnittliche Alter bei etwa 51 Jahren liegt, wie Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des National Institute on Aging (NIA) belegen [2][3]. Die Diagnose der Menopause basiert auf der klinischen Feststellung, dass eine Frau bereits zwölf aufeinanderfolgende Monate ohne Menstruation hatte, was den vollständigen Funktionsverlust der Eierstöcke und den damit verbundenen Rückgang der Hormone Östrogen und Progesteron bestätigt [1].

Klinische Definition und diagnostische Kriterien

Die Diagnose der Menopause erfolgt primär klinisch und erfordert keine routinemäßige Laboruntersuchung bei Frauen ab 45 Jahren mit charakteristischen Symptomen und Amenorrhoe [8]. Entscheidend ist das Vorliegen einer 12-monatigen Amenorrhoe ohne andere biologische oder physiologische Ursachen wie Schwangerschaft, hormonelle Verhütungsmittel oder zugrundeliegende Erkrankungen [9]. Diese Definition wird von führenden klinischen Leitlinien wie der National Institute for Health and Care Excellence (NICE) und der European Society of Endocrinology unterstützt [8][11]. Begleitende Symptome wie Hitzewallungen, Nacht-schweiß, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und vaginale Trockenheit unterstützen die klinische Diagnose, da sie typischerweise bereits während der Perimenopause, der Übergangsphase zur Menopause, auftreten [1].

Unterscheidung zwischen physiologischer, vorzeitiger und pathologischer Menopause

Die Menopause wird je nach Alter und zugrundeliegenden Ursachen differenziert. Eine physiologische Menopause tritt im Alter von 45 bis 55 Jahren auf und wird klinisch diagnostiziert. Eine vorzeitige Menopause (auch primäre Ovarialinsuffizienz genannt) liegt vor, wenn die Menopause vor dem 40. Lebensjahr eintritt, was bei etwa 1 % der Frauen der Fall ist [13]. Ihre klinischen Indikatoren sind Amenorrhoe für mindestens vier Monate, erhöhte follikelstimulierende Hormon (FSH)-Spiegel (typischerweise >25–30 IU/L) in zwei Abständen von mindestens 4–6 Wochen sowie Symptome wie Hitzewallungen und vaginale Trockenheit [14]. Die Diagnostik umfasst die Ausschlussdiagnose einer Schwangerschaft, FSH-Tests, eine Chromosomenanalyse (zur Erkennung von Anomalien wie dem Turner-Syndrom) und gegebenenfalls eine genetische Testung (z. B. auf eine Prämutation des FMR1-Gens im Zusammenhang mit dem Fragile-X-Syndrom) [15]. Eine frühe Menopause bezeichnet die Menopause im Alter zwischen 40 und 45 Jahren und erfordert ebenfalls eine Abklärung möglicher Ursachen wie Autoimmunerkrankungen oder Chemotherapie [8].

Im Gegensatz dazu ist die pathologische (induzierte) Menopause das Ergebnis medizinischer Eingriffe oder Erkrankungen, die die Eierstockfunktion abrupt beenden. Dazu gehören die bilaterale Ovariectomy (Entfernung beider Eierstöcke), die zu einer sofortigen Menopause führt, sowie Chemotherapie oder Bestrahlung des Beckens, die das Ovarialgewebe schädigen und zu einem akuten Ovarialversagen führen können [2]. Frauen mit einer induzierten Menopause leiden oft unter schwereren Symptomen aufgrund des plötzlichen Abfalls des Östrogenspiegels im Gegensatz zum allmählichen Rückgang bei der natürlichen Menopause.

Hormonelle Marker und deren klinische Interpretation

Obwohl die Diagnose klinisch gestellt wird, können hormonelle Marker in bestimmten Fällen unterstützend eingesetzt werden. Der wichtigste Marker ist das follikelstimulierende Hormon (FSH), das im Verlauf der Menopause aufgrund des verminderten negativen Feedbacks durch sinkende Östrogenspiegel ansteigt. Bei Frauen im Alter von 40–45 Jahren kann ein konsistent erhöhter FSH-Wert (>30 IU/L), gemessen in zwei Abständen von mindestens 4–6 Wochen und im Kontext der Amenorrhoe, die Diagnose unterstützen [18]. Bei Frauen unter 40 Jahren mit Verdacht auf eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz ist die Bestimmung des FSH ebenfalls essenziell [15].

Der Östradiol-Spiegel, die biologisch aktivste Form des Östrogens, fällt in der Postmenopause typischerweise unter 30 pg/mL (ca. 110 pmol/L) [20]. Aufgrund der hohen Variabilität während der Perimenopause ist ein einzelner Messwert jedoch wenig aussagekräftig und wird nicht zur Routine-Diagnostik empfohlen [21]. Der Anti-Müllerian-Hormon (AMH)-Spiegel, ein Marker der ovariellen Reserve, nimmt mit fortschreitendem Alter kontinuierlich ab und ist oft mehrere Jahre vor der letzten Menstruationsblutung nicht nachweisbar [22]. Obwohl AMH hilfreich ist, um die Nähe zur Menopause vorherzusagen, ist es kein diagnostisches Werkzeug, da es die aktuelle ovarielle Funktion nicht direkt widerspiegelt und bei perimenopausalen Frauen noch nachweisbar sein kann [23].

Differenzialdiagnose und Ausschluss anderer Erkrankungen

Da viele Symptome der Menopause unspezifisch sind, muss eine differenzierte Abklärung erfolgen, um pathologische endokrine Erkrankungen von der physiologischen Menopause zu unterscheiden. Eine der häufigsten Differenzialdiagnosen ist die Schilddrüsenerkrankung. Sowohl Hypothyreose als auch Hyperthyreose teilen Symptome mit der Menopause, darunter Müdigkeit, Gewichtsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Haarausfall und Zyklusunregelmäßigkeiten [24]. Eine Hypothyreose kann mit Kälteintoleranz, Verstopfung und Bradykardie einhergehen, während eine Hyperthyreose oft mit Gewichtsverlust, Tachykardie, Tremor und Hitzeintoleranz verbunden ist. Die Diagnostik umfasst die Bestimmung von Thyreotropin (TSH), freiem T4 und freiem T3 [25]. Weitere Erkrankungen, die in Betracht gezogen werden müssen, sind Hypophysenstörungen wie die Hypopituitarismus, die zu Amenorrhoe, Hitzewallungen und Libidoverlust führen können, sowie seltene Ursachen für Hitzewallungen wie das Karzinoide-Syndrom, ein Phäochromozytom oder die Einnahme bestimmter Medikamente [26]. Die Beurteilung der Hormonspiegel im klinischen Kontext ist entscheidend, um eine Fehldiagnose zu vermeiden.

Biologische und hormonelle Veränderungen

Die Menopause ist ein natürliches biologisches Ereignis, das durch tiefgreifende Veränderungen im Hypothalamus-Hypophyse-Gonaden-Achse (HPG-Achse) ausgelöst wird, die durch die altersbedingte Eierstockalterung verursacht werden. Während des Übergangs von der reproduktiven Phase in die Menopause nimmt die Anzahl und Qualität der Eierstockfollikel kontinuierlich ab, was zu einer nahezu vollständigen Erschöpfung der ovariellen Reserve führt [27]. Dieser Prozess beginnt lange vor dem endgültigen Ausbleiben der Menstruation und löst eine Kaskade endokriner Veränderungen aus, die durch die Dysregulation des Rückkopplungsmechanismus zwischen Ovarien und zentralem Nervensystem gekennzeichnet sind.

Hormonelle Markersysteme und Rückkopplungsmechanismen

Ein empfindlicher Biomarker für die ovarielle Reserve ist das Anti-Müllerian-Hormon (AMH), das von den Granulosazellen wachsender präantraler und kleiner antraler Follikel produziert wird. Die AMH-Konzentrationen sinken progressiv während des menopausalen Übergangs und sind oft fünf Jahre vor der letzten Menstruationsblutung nicht mehr nachweisbar, was den Rückgang der follikulären Aktivität widerspiegelt [22]. Obwohl AMH als früher Marker für das Einsetzen der Menopause gilt, ist es nicht geeignet, den genauen Zeitpunkt individuell vorherzusagen, und sollte daher im klinischen Kontext interpretiert werden [22].

Während der reproduktiven Jahre üben Estradiol und Inhibine – insbesondere Inhibin B – eine negative Rückkopplung auf Hypothalamus und Hypophyse aus, wodurch die Sekretion von Gonadotropin-freisetzendem Hormon (GnRH), follikelstimulierendes Hormon (FSH) und luteinisierendes Hormon (LH) unterdrückt wird. Im späten Follikelstadium führt ein hoher Estradiolspiegel zu einer positiven Rückkopplung, die den mittzyklischen LH-Anstieg auslöst, der für den Eisprung notwendig ist [30]. Mit dem Rückgang der Follikelzahl während der Perimenopause sinkt die Sekretion von Inhibin B frühzeitig und kontinuierlich, wodurch die negative Rückkopplung auf FSH abnimmt. Dies führt zu einem charakteristischen Anstieg der FSH-Konzentrationen, oft bevor sich die Estradiolwerte signifikant verändern [31].

Hormonelle Fluktuationen in der Perimenopause

Die Perimenopause ist durch zunehmende Variabilität in der Hormonsekretion gekennzeichnet. FSH-Konzentrationen steigen und werden pulsatiler, oft mit Werten über 30 IE/L, während LH ebenfalls ansteigt, jedoch weniger konsistent [32]. Aufgrund des Verlusts der Inhibin B-Rückkopplung kommt es zu einem erhöhten und instabilen Gonadotropin-Spiegel [31]. Trotz des hohen FSH-Spiegels wird die Follikelentwicklung ineffizient, was zu anovulatorischen Zyklen, Zyklusunregelmäßigkeiten und unvorhersehbaren Estradiol-Spitzen führt. Diese hormonellen Fluktuationen tragen zu typischen Symptomen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen bei [34].

Übergang zur Postmenopause

Die Postmenopause wird definiert als der Zustand nach zwölf aufeinanderfolgenden menstruationsfreien Monaten. Zu diesem Zeitpunkt hat die follikuläre Aktivität der Ovarien aufgehört, was zu einem anhaltenden Rückgang der Estradiol- und Progesteron-Produktion führt. Die Estradiolkonzentrationen sinken unter 20 pg/mL und stammen hauptsächlich aus der peripheren Aromatisierung von Androgenen im Fettgewebe, nicht mehr aus der ovariellen Synthese [35].

Aufgrund des Fehlens ovarieller Hormone bleibt die negative Rückkopplung auf die Hypophyse aus. Folglich bleiben FSH- und LH-Konzentrationen anhaltend erhöht, wobei FSH oft über 30 IE/L liegt und Werte bis zu 134,8 IE/L erreichen kann, während LH zwischen 19,3 und 100,6 IE/L schwankt [36]. Diese persistierend erhöhten Gonadotropine spiegeln den vergeblichen Versuch der Hypophyse wider, das nicht mehr ansprechende ovarielle Gewebe zu stimulieren. Diese endokrinen Veränderungen liegen sowohl den Symptomen als auch den langfristigen Gesundheitsrisiken wie Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugrunde [37].

Häufige körperliche und psychische Symptome

Die Perimenopause ist durch eine Vielzahl körperlicher und psychischer Symptome gekennzeichnet, die auf die hormonellen Schwankungen zurückzuführen sind, insbesondere den Rückgang von Östrogen und Progesteron. Diese Symptome können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und variieren stark in Art, Schwere und Dauer von Frau zu Frau. Faktoren wie Genetik, Lebensstil, allgemeiner Gesundheitszustand und psychisches Wohlbefinden beeinflussen die individuelle Symptomausprägung [38].

Häufige körperliche Symptome

Hitzewallungen und Nachtschweiß

Hitzewallungen gehören zu den häufigsten und bekanntesten Symptomen der Menopause und betreffen bis zu 75 % der Frauen. Sie äußern sich in plötzlichen, intensiven Hitzegefühlen, die typischerweise im Gesicht, Hals und Oberkörper auftreten. Begleitet werden sie von Hautrötungen, Schwitzen und anschließendem Frösteln. Diese Episoden können zwischen 30 Sekunden und mehreren Minuten andauern und über Monate oder sogar Jahre anhalten [1]. Die nächtlichen Auftreten, sogenannte Nacht-schweiß, können den Schlaf erheblich stören und zu Erschöpfung führen [40]. Die zugrundeliegende Ursache ist eine thermoregulatorische Instabilität im Hypothalamus, die durch den Östrogenmangel ausgelöst wird und die Schwelle für Wärmeverlustreaktionen senkt [41].

Schlafstörungen

Viele Frauen leiden während der Menopause unter Schlafstörungen, wie Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen sowie nicht erholsamem Schlaf. Diese Probleme hängen oft direkt mit Nacht-schweiß zusammen, können aber auch durch hormonelle Veränderungen, die die Schlafregulation beeinflussen, oder durch Begleiterkrankungen wie das Restless-Legs-Syndrom verursacht werden [42].

Veränderungen im Genital- und Harntrakt

Der Rückgang des Östrogen führt zu einer vaginalen Trockenheit, einer Verdünnung der Schleimhaut und einer verminderten Schmierung, was zu Unbehagen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) führen kann [38]. Auch harnbezogene Symptome treten auf, wie vermehrte Harnmengen, Harndrang, Harnwegsinfektionen (UTIs) und Inkontinenz, bedingt durch geschwächte Beckenbodenmuskulatur [44].

Zyklusunregelmäßigkeiten

Während der Perimenopause werden die Menstruationszyklen häufig unregelmäßig – länger, kürzer, stärker oder schwächer – bevor sie schließlich ganz ausbleiben. Dies ist eines der frühesten Anzeichen für den Beginn dieser Übergangsphase [45].

Weitere körperliche Symptome

  • Gewichtszunahme und Körperveränderungen: Der Stoffwechsel verlangsamt sich während der Menopause, was oft zu einer Gewichtszunahme, besonders im Bauchbereich, führt. Auch die Fettverteilung und die Hautelastizität verändern sich [38].
  • Veränderungen an Haut und Haar: Die Haut kann trockener und weniger elastisch werden, während Haare auf dem Kopf dünner werden können und gleichzeitig die Gesichtsbehaarung zunehmen kann, bedingt durch hormonelle Verschiebungen [47].
  • Gelenk- und Muskelschmerzen: Viele Frauen berichten über Schmerzen, Steifheit oder allgemeines Unwohlsein in Muskeln und Gelenken [45].

Häufige psychische und kognitive Symptome

Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Angst und Niedergeschlagenheit werden häufig berichtet. Diese emotionalen Veränderungen können durch hormonelle Schwankungen beeinflusst werden, die Neurotransmitter wie Serotonin im Gehirn beeinflussen, sowie durch Schlafstörungen und Stress [49].

Kognitive Beeinträchtigungen

Einige Frauen beschreiben eine „Denknebel“-Symptomatik („brain fog“), die Vergesslichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und verminderte mentale Klarheit umfasst. Obwohl diese Veränderungen meist mild sind, können sie die Alltagsbewältigung beeinträchtigen und sind oft vorübergehend [45].

Verminderte Libido

Ein vermindertes Interesse am Sex (reduzierte Libido) wird häufig berichtet, möglicherweise bedingt durch hormonelle Veränderungen, vaginale Beschwerden oder psychologische Faktoren [51].

Die Symptome beginnen typischerweise während der Perimenopause und können auch Jahre nach der eigentlichen Menopause anhalten, wobei Hitzewallungen und Schlafstörungen teilweise über ein Jahrzehnt oder länger andauern können [44]. Zum Glück stehen verschiedene Managementstrategien zur Verfügung, darunter Lebensstiländerungen, Hormonersatztherapie (HRT) und nicht-hormonelle Behandlungen, um die Symptome zu lindern und das Wohlbefinden zu unterstützen.

Unterschiede zwischen Perimenopause, Menopause und Postmenopause

Die ist nicht ein einzelnes Ereignis, sondern Teil eines kontinuierlichen hormonellen Übergangs, der sich über mehrere Jahre erstreckt und in drei klar definierte Phasen unterteilt: Perimenopause, Menopause und Postmenopause. Jede dieser Phasen ist durch spezifische biologische, hormonelle und klinische Merkmale gekennzeichnet, die das Verständnis der Fortpflanzungsentwicklung und der damit verbundenen Symptome prägen.

Perimenopause: Die hormonelle Übergangsphase

Die Perimenopause ist die erste Phase des Übergangs zur Menopause und kann mehrere Jahre andauern, typischerweise beginnend in den 40er Jahren, aber gelegentlich bereits in den 30er oder erst in den 50er Jahren [53]. Während dieser Zeit nimmt die Funktion der Eierstöcke allmählich ab, was zu einer unregelmäßigen Produktion der Hormone Östrogen und Progesteron führt. Diese hormonellen Schwankungen sind verantwortlich für die ersten sichtbaren Anzeichen des Übergangs.

Ein zentrales Merkmal der Perimenopause ist die zunehmende Unregelmäßigkeit des Menstruationszyklus. Zyklen können länger, kürzer, schwerer oder leichter werden, bevor sie schließlich ganz ausbleiben [45]. Diese Veränderungen gelten als eines der frühesten und zuverlässigsten Indikatoren für den Beginn des Übergangs [45]. Die Dauer der Perimenopause variiert stark zwischen Frauen und beträgt im Durchschnitt etwa vier Jahre, kann aber bis zu zehn Jahre andauern, bevor die endgültige Menstruation eintritt [56].

Während dieser Phase treten häufig bereits erste Symptome auf, die durch die instabilen Hormonspiegel ausgelöst werden. Dazu gehören Hitzewallungen, Nacht-schweiß, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und vaginale Trockenheit [57]. Die zugrundeliegende Ursache liegt in der Dysregulation der hypothalamisch-hypophysären-ovariellen Achse, bei der die abnehmende Hemmung durch Inhibin B zu einem Anstieg des follikelstimulierenden Hormons (FSH) führt, während Östradiol-Spiegel stark schwanken können [31].

Menopause: Der definitive Abschluss der Fortpflanzungsfähigkeit

Die Menopause selbst ist kein Prozess, sondern ein eindeutiger Meilenstein im Leben einer Frau. Sie wird definiert als der Zeitpunkt, an dem eine Frau zwölf aufeinanderfolgende Monate ohne Menstruationsblutung hatte, was das endgültige Ende ihrer natürlichen Fortpflanzungsfähigkeit markiert [59]. Diese Diagnose basiert auf der klinischen Anamnese und erfordert keine hormonellen Tests, insbesondere bei Frauen über 45 Jahren mit typischen Symptomen [8].

Die Menopause tritt typischerweise zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein, wobei das durchschnittliche Alter bei etwa 51 Jahren liegt [61]. Zu diesem Zeitpunkt haben die Eierstöcke die Freisetzung von Eizellen eingestellt und produzieren nur noch minimale Mengen an Östrogen und Progesteron. Dieser hormonelle Wandel ist die direkte Folge des altersbedingten Verlusts der Eizellreserve, auch bekannt als Abnahme der ovariellen Reserve [27].

Die Menopause kann auch vorzeitig oder pathologisch eintreten. Eine prämenopausale Ovarialinsuffizienz (POI) wird diagnostiziert, wenn die Menopause vor dem 40. Lebensjahr eintritt, während eine „frühe Menopause“ zwischen 40 und 45 Jahren auftritt [15]. Ursachen hierfür können genetisch, autoimmun oder durch medizinische Eingriffe wie die operative Entfernung der Eierstöcke (bilateralen Oophorektomie) oder durch Chemotherapie bedingt sein [64].

Postmenopause: Die lebenslange Phase danach

Die Postmenopause beginnt unmittelbar nach Erreichen der Menopause und dauert für den Rest des Lebens einer Frau an [65]. In dieser Phase haben sich die Hormonspiegel auf einem stabil niedrigen Niveau eingependelt. Die Konzentrationen von Östrogen und Progesteron bleiben konstant gering, was zu einer Abnahme vieler akuter Symptome wie Hitzewallungen führen kann, die sich mit der Zeit bessern [66].

Trotz der Besserung einiger Symptome erhöht der anhaltende Mangel an Östrogen das langfristige Risiko für bestimmte Gesundheitsprobleme erheblich. Die wichtigsten Risiken betreffen die Knochengesundheit und das Herz-Kreislauf-System. Die Abnahme der Knochendichte kann zur Osteoporose und einem erhöhten Frakturrisiko führen [67]. Gleichzeitig steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da das fehlende Östrogen seine vasoprotektiven Wirkungen verliert, was zu einer Verschlechterung des Lipidprofils und einer erhöhten Arterioskleroseanfälligkeit führt [68].

Weitere langfristige Beschwerden können persistierende urogenitale Symptome wie Harninkontinenz oder die Genitourinäres Syndrom der Menopause (GSM) sein, das durch dünneres, trockeneres Vaginalgewebe verursacht wird [44]. Frauen in der Postmenopause benötigen daher oft eine kontinuierliche, individualisierte Betreuung, die auf die Prävention dieser Langzeitfolgen abzielt. Dies kann lebensstilbezogene Maßnahmen wie regelmäßige kardiovaskuläre Bewegung und eine kalziumreiche Ernährung, aber auch therapeutische Ansätze wie Hormonersatztherapie (HRT) oder nicht-hormonelle Medikamente zur Knochenmineraldichte-Erhaltung umfassen [70].

Diagnostische Methoden und hormonelle Marker

Die Diagnose der basiert primär auf dem klinischen Verlauf und der Menstruationsgeschichte, insbesondere dem Vorliegen einer 12-monatigen Amenorrhoe bei Frauen im entsprechenden Alter. Abgesehen von diesem klinischen Kriterium spielen hormonelle Marker eine unterstützende Rolle, insbesondere in unsicheren Fällen oder bei jüngeren Frauen. Zu den wichtigsten diagnostischen Hormonen gehören follikelstimulierendes Hormon (FSH), Östradiol und Anti-Müller-Hormon (AMH), deren Interpretation jedoch aufgrund erheblicher Schwankungen, insbesondere in der Perimenopause, sorgfältig erfolgen muss.

Follikelstimulierendes Hormon (FSH)

Das follikelstimulierende Hormon (FSH) ist der am häufigsten verwendete endokrine Marker zur Beurteilung des menopausalen Status. Mit fortschreitendem Verlust der ovariellen Follikelreserve sinkt die Produktion von Inhibin B und Östradiol, wodurch die negative Rückkopplung auf die Hypophyse abnimmt und zu einem Anstieg des FSH-Spiegels führt. Während der Menopause-Transition steigt der FSH-Wert progressiv an, wobei Werte über 30 mIU/mL typischerweise auf ovarielle Insuffizienz und damit auf die Peri- oder Frühpostmenopause hinweisen [71]. Bei einigen Quellen gelten Werte über 40 mIU/mL, besonders in Kombination mit niedrigem Östradiol, als zuverlässiger Hinweis auf die Postmenopause [72].

Allerdings unterliegen FSH-Spiegel in der Perimenopause erheblichen zyklischen Schwankungen aufgrund intermittierender Follikelaktivität, was die Aussagekraft einer einzelnen Messung stark einschränkt [73]. Daher ist ein normaler oder niedriger FSH-Wert nicht ausreichend, um eine Perimenopause auszuschließen, besonders bei Frauen mit typischen Symptomen wie unregelmäßigen Zyklen oder Hitzewallungen. Laut aktuellen Leitlinien der International Menopause Society und des National Institute for Health and Care Excellence (NICE) sollte die FSH-Bestimmung nicht routinemäßig zur Diagnose der Menopause bei Frauen über 45 Jahren mit typischen Symptomen eingesetzt werden, da die klinische Anamnese ausreicht [74][8]. Stattdessen ist die FSH-Analyse besonders nützlich bei Frauen unter 45 Jahren mit Verdacht auf vorzeitige ovarielle Insuffizienz, bei unklarer Menstruationsgeschichte (z. B. nach Hysterektomie) oder im Rahmen der Fruchtbarkeitsberatung [76].

Östradiol

Östradiol, das primäre biologisch aktive Östrogen, wird von den wachsenden Follikeln im Eierstock produziert. Während der Menopause-Transition zeigt sich ein stark variables Sekretionsmuster – mit gelegentlichen Spitzenwerten durch vorübergehende Follikelrekrutierung und anschließenden Phasen niedriger Östradiolspiegel [77]. In der Postmenopause liegen die Östradiolwerte typischerweise unter 30 pg/mL (ca. 110 pmol/L), da die Follikelentwicklung zum Stillstand gekommen ist [20]. Dennoch ist die Messung des Östradiols aufgrund der hohen intra-individuellen Variabilität während der Perimenopause und der fehlenden standardisierten Referenzwerte zwischen Laboren nicht für die routinemäßige Diagnose geeignet [79].

Klinisch kann die Bestimmung des Östradiols hilfreich sein, um die Wirksamkeit einer Hormonersatztherapie (HRT) zu überprüfen, wobei therapeutische Spiegel zur Linderung von Symptomen im Bereich von 60–150 pg/mL (220–550 pmol/L) liegen [77]. Persistierend hohe Östradiolwerte bei postmenopausalen Frauen können auf hormonproduzierende Tumore oder eine erhöhte Umwandlung von Androgenen im Fettgewebe hinweisen und sollten weiter abgeklärt werden.

Anti-Müller-Hormon (AMH)

Anti-Müller-Hormon (AMH), das von den Granulosazellen der präantralen und kleinen antralen Follikel produziert wird, gilt als sensitiver Marker der ovariellen Reserve. Im Gegensatz zu FSH und Östradiol nimmt der AMH-Spiegel bereits früh im reproduktiven Alter kontinuierlich ab und ist oft mehrere Jahre vor der letzten Menstruation nicht mehr nachweisbar [81]. Sein Wert liegt daher vor allem in der Vorhersage des Zeitpunkts der Menopause, wobei sehr niedrige oder nicht nachweisbare Werte auf eine eingeschränkte ovarielle Reserve und die Nähe zur Menopause hindeuten [82]. Studien zeigen, dass AMH innerhalb eines Zeitfensters von fünf Jahren die Menopause vorhersagen kann, insbesondere wenn serielle Messungen zur Beurteilung der Abnahmerate verwendet werden [83][84].

Trotz seiner Vorhersagekraft ist AMH kein definitiver Prädiktor für das exakte Alter der Menopause bei einzelnen Frauen und sollte daher nicht isoliert zur Diagnose von Peri- oder Postmenopause verwendet werden [22]. Sein klinischer Nutzen ist am größten in der reproduktiven Beratung, der Beurteilung der Fruchtbarkeit und bei Frauen mit atypischen Symptomen (z. B. Amenorrhoe ohne klare menopausale Beschwerden) [86]. In der Perimenopause können AMH-Werte trotz unregelmäßiger Zyklen oder vasomotorischer Symptome noch nachweisbar sein, was seine Rolle als Marker der Reserve unterstreicht, nicht aber der aktuellen ovariellen Funktion [23].

Klinische Integration und Differenzialdiagnose

Die aktuellen Leitlinien betonen, dass die Menopause eine klinische Diagnose ist, die auf Alter, Symptomen und Menstruationsgeschichte basiert, insbesondere bei Frauen über 45 Jahren [88][8]. Laboruntersuchungen sind nicht routinemäßig empfohlen, da die hormonellen Schwankungen in der Perimenopause die Zuverlässigkeit einzelner Messungen einschränken. Hormonelle Assays sind vor allem in folgenden Situationen angezeigt:

  • Frauen unter 45 Jahren mit Verdacht auf vorzeitige ovarielle Insuffizienz
  • Frauen mit unklarem Menstruationsstatus (z. B. nach Hysterektomie, bei IUD-Nutzung)
  • Beurteilung persistierender Symptome trotz Hormontherapie
  • Fruchtbarkeitsberatung und reproduktive Planung

Zudem ist es wichtig, die physiologische Menopause von pathologischen endokrinen Erkrankungen abzugrenzen, die ähnliche Symptome hervorrufen können. Dazu gehören Schilddrüsenerkrankungen wie Hyper- oder Hypothyreose, die durch Bestimmung von TSH, fT4 und fT3 abgeklärt werden sollten [25]. Auch Hypophysenfunktionsstörungen wie die Hypopituitarismus können zu Amenorrhoe und ovarieller Dysfunktion führen und erfordern eine umfassende endokrinologische Diagnostik, einschließlich der Bestimmung von Prolaktin, Cortisol und bildgebenden Verfahren wie der MRT [91]. Weitere differenzialdiagnostische Überlegungen umfassen Karzinoidsyndrom, Phäochromozytom oder medikamenteninduzierte Hitzewallungen [26].

Behandlungsstrategien: Hormonelle und nicht-hormonelle Ansätze

Die Behandlung der umfasst ein breites Spektrum an Ansätzen, die auf den individuellen Symptomen, dem Gesundheitszustand und den persönlichen Präferenzen der Frau basieren. Die Wahl der Therapie richtet sich nach der Schwere der Beschwerden, dem Risikoprofil und der Lebensphase, in der sich die Frau befindet. Die wichtigsten Strategien lassen sich in hormonelle und nicht-hormonelle Behandlungen unterteilen, wobei jede Methode spezifische Vorteile und Risiken aufweist.

Hormonelle Therapie: Wirksamkeit und Risikoprofil

Die Hormonersatztherapie (HRT), auch als menopausale Hormontherapie (MHT) bezeichnet, gilt als die wirksamste Behandlung für moderate bis schwere vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen und Nacht-schweiß. Sie wirkt durch die Substitution des abnehmenden Östrogen- und gegebenenfalls Progesteron-Spiegels, wodurch die thermoregulatorische Instabilität im Hypothalamus stabilisiert wird [93]. Die Therapie kann in verschiedenen Formen verabreicht werden, darunter orale Präparate, Pflaster, Gele, Sprays, Cremes und Implantate [94].

Für Frauen mit erhaltener Gebärmutter ist eine Kombination aus Östrogen und einem Gestagen erforderlich, um das Risiko einer Endometriumhyperplasie und Endometriumkarzinom zu verhindern. Frauen nach einer Hysterektomie können hingegen eine Östrogen-Monotherapie erhalten, die ein günstigeres Risikoprofil aufweist [95]. Die transdermale Gabe von Östrogen wird bei Patientinnen mit erhöhtem Risiko für venöse Thromboembolien bevorzugt, da sie im Gegensatz zur oralen Einnahme keinen first-pass-Effekt über die Leber hat und somit die Produktion gerinnungsfördernder Faktoren weniger beeinflusst [96].

Ein entscheidender Faktor für das Risikoprofil ist der Zeitpunkt des Therapiebeginns. Die sogenannte „Timing-Hypothese“ besagt, dass die Einführung der Hormonersatztherapie nahe dem Menopausenbeginn – typischerweise vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb von zehn Jahren nach der letzten Regel – mit einem neutralen oder sogar vorteilhaften Effekt auf das kardiovaskuläre System verbunden ist [97]. Im Gegensatz dazu steigt das Risiko für Schlaganfall, venöse Thrombosen und (bei kombinierter Therapie) Brustkrebs, wenn die Therapie später begonnen wird. Daher wird empfohlen, die niedrigste wirksame Dosis über die kürzeste notwendige Dauer zu verabreichen, wobei eine regelmäßige Neubewertung alle sechs bis zwölf Monate erfolgen sollte [98].

Lokale Behandlungen für genitourinäre Symptome

Neben den systemischen Beschwerden spielen auch lokale Symptome wie vaginale Trockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) und Harnwegsbeschwerden eine zentrale Rolle. Diese Symptome, die unter dem Begriff genitourinäres Syndrom der Menopause (GSM) zusammengefasst werden, können mit lokal wirkenden Therapien effektiv behandelt werden. Niedrig dosierte vaginale Östrogen-Präparate in Form von Cremes, Tabletten oder Ringen wirken direkt auf das Vaginalepithel, verbessern die Durchblutung, Elastizität und Schmierung und haben eine minimale systemische Resorption [93]. Aufgrund ihres günstigen Sicherheitsprofils gelten sie als Therapie der ersten Wahl für diese Beschwerden.

Seit 2025 wurde die schwarze Warnung für diese Präparate von der FDA aufgehoben, was die aktualisierten Erkenntnisse über ihre Sicherheit widerspiegelt [100]. Alternativen zur lokalen Östrogentherapie umfassen nicht-hormonelle Vaginalfeuchthaltemittel und Gleitmittel, die als erste Behandlungslinie empfohlen werden, insbesondere bei Frauen mit Kontraindikationen gegen Östrogen [101]. Weitere Optionen sind orales Ospemifen, ein selektiver Östrogenrezeptor-Modulator (SERM), und intravaginales Dehydroepiandrostendion (DHEA), das lokal in Östrogen und Androgene umgewandelt wird [102].

Nicht-hormonelle pharmakologische Therapien

Für Frauen, die aus medizinischen Gründen oder aufgrund persönlicher Präferenzen keine Hormonersatztherapie einnehmen möchten, stehen mehrere nicht-hormonelle Medikamente zur Verfügung. Zu den wirksamsten zählen selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI). Paroxetin (7,5 mg/Tag) ist das einzige von der FDA zugelassene Medikament dieser Klasse zur Behandlung von Hitzewallungen und kann die Häufigkeit und Intensität um 37–64 % reduzieren [103]. Venlafaxin und Desvenlafaxin sind ebenfalls wirksam, insbesondere bei Frauen mit komorbider Depression oder Angststörung.

Weitere Optionen sind das Antikonvulsivum Gabapentin und dessen Derivat Pregabalin, die die vasomotorischen Symptome um 30–40 % verringern können, wobei Gabapentin besonders bei nächtlichen Hitzewallungen wirksam ist [103]. Clonidin, ein alpha-2-adrenerger Agonist, kann ebenfalls helfen, ist aber durch Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Müdigkeit limitiert [105]. Eine neuartige Klasse von Medikamenten sind die Neurokinin-3-Rezeptor-Antagonisten wie Fezolinetant und Elinzanetant, die speziell für die Behandlung von Hitzewallungen ohne Hormone entwickelt wurden. Sie wirken direkt im Hypothalamus auf die KNDy-Neurone und können die Symptome um bis zu 73 % reduzieren [106].

Lebensstiländerungen und nicht-pharmakologische Ansätze

Neben medikamentösen Therapien spielen Lebensstiländerungen eine zentrale Rolle in der symptomatischen Behandlung. Eine ausgewogene Ernährung, reich an Kalzium und Vitamin D, sowie regelmäßige körperliche Aktivität unterstützen die Knochengesundheit und können das Risiko für Osteoporose senken [107]. Gewichtsreduktion bei Übergewicht kann die Häufigkeit und Intensität von Hitzewallungen verringern, da sie die thermoregulatorische Belastung senkt [108]. Maßnahmen zur Hitzewallungsprävention umfassen das Tragen leichter Kleidung, das Kühlen von Räumen und die Vermeidung von Auslösern wie scharfen Speisen, Koffein, Alkohol und Stress [109].

Psychologische Interventionen wie die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) und Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) haben sich als wirksam bei der Verbesserung von Stimmungsschwankungen, Angst, Schlafstörungen und sogar der subjektiven Wahrnehmung von Hitzewallungen erwiesen [110]. Auch Techniken wie Yoga, Tai Chi und klinische Hypnose können hilfreich sein, obwohl die Evidenz für pflanzliche Präparate wie Mönchspfeffer oder Soja-Isoflavone uneinheitlich ist [111].

Individuelle Therapieentscheidung und klinische Entscheidungshilfen

Die Wahl der geeigneten Behandlungsstrategie erfordert eine individuelle Abwägung von Nutzen und Risiken unter Berücksichtigung der spezifischen Lebensphase. In der Perimenopause können kombinierte hormonelle Kontrazeptiva bei Frauen unter 50 Jahren ohne Kontraindikationen helfen, Zyklusunregelmäßigkeiten, starke Blutungen und vasomotorische Symptome zu regulieren [112]. In der frühen Postmenopause gilt der Beginn der Hormonersatztherapie als sicher und vorteilhaft, während bei späterem Beginn (nach dem 65. Lebensjahr) aufgrund der erhöhten Risiken von Schlaganfall, venösen Thrombosen und Demenz von einer Initiierung abgeraten wird [113].

Zur Unterstützung der klinischen Entscheidungsfindung wurden Algorithmen wie der Menopause Decision-Support Algorithmus und Apps wie MenoPro entwickelt, die Symptomstärke, Risikofaktoren und Kontraindikationen integrieren, um personalisierte Therapieempfehlungen auszusprechen [114]. Solche Tools fördern die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Ärztin und Patientin und tragen zu einer präziseren, patientenzentrierten Versorgung bei.

Langfristige gesundheitliche Risiken und Prävention

Die Menopause ist nicht nur eine Phase der Beendigung der Fortpflanzungsfähigkeit, sondern markiert auch einen entscheidenden Wendepunkt in der langfristigen Gesundheit von Frauen. Der hormonelle Wandel, insbesondere der Rückgang des Östrogen-Spiegels, führt zu einer Reihe von metabolischen und kardiovaskulären Veränderungen, die das Risiko für chronische Erkrankungen erhöhen. Die Prävention und das Management dieser Risiken erfordern einen ganzheitlichen, evidenzbasierten Ansatz, der Lebensstil, medizinische Überwachung und gegebenenfalls therapeutische Interventionen umfasst.

Metabolische und kardiovaskuläre Risiken

Während der menopausalen Transition kommt es zu signifikanten Veränderungen im Körperstoffwechsel, die das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (KHK), die häufigste Todesursache bei postmenopausalen Frauen, erheblich erhöhen [68]. Ein zentraler Faktor ist die Umverteilung von Körperfett vom gynoiden (birnenförmigen) zum androgenen (apfelförmigen) Muster, was mit einer Zunahme des viszeralen Fettgewebes einhergeht. Dieses metabolisch aktive Fettgewebe fördert systemische Entzündungen, Insulinresistenz und Atherogenese [116]. Frauen nehmen im Durchschnitt 1–2 kg pro Jahr während der Menopause zu, wobei die Zunahme vor allem im Bauchbereich auftritt [117].

Parallel dazu verschlechtert sich das Lipidprofil: Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin ("schlechtes" Cholesterin) steigen, Triglyceride erhöhen sich, während HDL-Cholesterin ("gutes" Cholesterin) abnimmt [118]. Diese Veränderungen sind eine direkte Folge des Östrogenentzugs, da Östrogen eine wichtige Rolle bei der Regulation des hepatischen Lipoproteinstoffwechsels spielt. Zudem nimmt die Insulinempfindlichkeit ab, was das Risiko für Typ-2-Diabetes und das metabolische Syndrom erhöht [119]. Die arterielle Steifigkeit nimmt zu, die endotheliale Funktion verschlechtert sich, und es entsteht ein prothrombotischer Zustand, was alles zur beschleunigten Entwicklung von Atherosklerose beiträgt [120].

Knochengesundheit und Osteoporoseprävention

Ein weiterer bedeutender Langzeitrisikofaktor ist der Knochenschwund, der zur Osteoporose führen kann. Der Rückgang des Östrogens führt zu einer erhöhten Knochenresorption, was die Knochendichte verringert und das Risiko für Frakturen an Hüfte, Wirbelsäule und Handgelenk erhöht. Die Screening-Empfehlungen der U.S. Preventive Services Task Force (USPSTF) sehen eine Knochendichtemessung mittels Dual-Energy-X-ray-Absorptiometrie (DXA) für alle Frauen ab 65 Jahren vor [121]. Für Frauen unter 65 Jahren mit erhöhtem Frakturrisiko (z. B. durch frühzeitige Menopause, familiäre Vorgeschichte, geringes Körpergewicht) wird ein früheres Screening empfohlen.

Die Prävention umfasst nicht-pharmakologische Maßnahmen wie eine ausreichende Zufuhr von Kalzium (ca. 1.200 mg/Tag) und Vitamin D (ca. 800 IE/Tag), die für die Knochenmineralisierung unerlässlich sind [122]. Regelmäßige belastende und kraftsparendes Training, wie Gehen, Treppensteigen oder Krafttraining, stärkt nicht nur die Knochen, sondern auch die Muskulatur und verbessert die Balance, wodurch das Sturzrisiko reduziert wird [123]. Bei Vorliegen einer Osteoporose oder eines hohen Frakturrisikos, wie durch das FRAX®-Tool berechnet, sind pharmakologische Therapien indiziert. Dazu gehören orale oder intravenöse Bisphosphonate (z. B. Alendronat, Zoledronsäure), die die Knochenresorption hemmen und das Frakturrisiko signifikant senken [124].

Evidenzbasierte Strategien zur Risikoreduktion

Die Grundlage der Langzeitprävention bilden Lebensstiländerungen. Eine Ernährung nach dem Mediterranen Diät-Modell, die reich an Obst, Gemüse, Fisch, Vollkorn und gesunden Fetten ist, verbessert das Lipidprofil, senkt den Blutdruck und reduziert Entzündungen [125]. Eine moderate Kalorienreduktion (300–500 kcal/Tag) kann dem altersbedingten Rückgang des Ruheumsatzes entgegenwirken. Regelmäßige körperliche Aktivität ist zentral: Mindestens 150 Minuten pro Woche moderates Ausdauertraining (z. B. schnelles Gehen, Radfahren) und zwei oder mehr Sitzungen Krafttraining verbessern die Insulinempfindlichkeit, reduzieren viszerales Fett und stärken das Herz-Kreislauf-System [126].

Die menopausale Hormontherapie (MHT) spielt eine differenzierte Rolle. Nach der "Timing-Hypothese" ist die Inzidenz von KHK geringer, wenn die MHT früh nach Beginn der Menopause (vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb von 10 Jahren nach der letzten Periode) initiiert wird [127]. In diesem Fenster kann MHT das Knochenverlustrisiko reduzieren und metabolische Vorteile bieten. Allerdings erhöht die MHT, insbesondere die orale Form, das Risiko für venöse Thromboembolien und Schlaganfall, weshalb die transdermale Applikation bei Frauen mit erhöhtem thrombotischen Risiko bevorzugt wird [96]. Die MHT ist daher nicht als Primärprävention für KHK indiziert, sondern wird hauptsächlich zur Linderung schwerer Symptome bei symptomatischen Frauen mit einem günstigen Risikoprofil eingesetzt.

Für Frauen mit hohem kardiovaskulärem Risiko oder bereits bestehenden Erkrankungen wie Diabetes sind pharmakologische Interventionen erforderlich. Statine werden zur Senkung des LDL-Cholesterins und zur Primär- oder Sekundärprävention von kardiovaskulären Ereignissen eingesetzt. Bei Bluthochdruck kommen ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptorblocker (ARBs) in Betracht, die auch bei Insulinresistenz vorteilhaft sein können. Neuere Medikamente wie GLP-1-Rezeptoragonisten zeigen sich als wirksam zur Gewichtsreduktion, Blutzuckerkontrolle und kardiovaskulären Risikoreduktion bei Frauen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes [129]. Eine regelmäßige Überwachung von Blutdruck, Blutzucker (HbA1c) und Lipidprofil ist entscheidend, um Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Sozio-kulturelle Einflüsse und psychosoziale Aspekte

Die Wahrnehmung und das Erleben der Menopause sind tiefgreifend von sozio-kulturellen Faktoren geprägt, die sowohl die subjektive Symptomatik als auch die Bewältigungsstrategien beeinflussen. Während die Menopause biologisch als natürlicher Lebensabschnitt definiert ist, wird sie in verschiedenen kulturellen Kontexten unterschiedlich interpretiert – als medizinisches Problem, als Quelle der Stigmatisierung oder als Übergang in eine Phase der sozialen Ermächtigung. Diese kulturellen Narrative wirken sich direkt auf das psychische Wohlbefinden, die Hilfesuchverhalten und den Zugang zu medizinischer Versorgung aus [130].

Kulturelle Einstellungen zu Alter und Weiblichkeit

In westlichen Gesellschaften, die Jugend, Fruchtbarkeit und äußere Attraktivität mit weiblichem Wert verknüpfen, wird die Menopause häufig als Verlust der Weiblichkeit und als Zeichen des körperlichen Verfalls wahrgenommen [131]. Diese gesellschaftliche Stigmatisierung kann zu negativen Selbstbildern, verminderter Selbstachtung und psychischen Belastungen wie Angst und Depression führen. Im Gegensatz dazu wird die Menopause in einigen nicht-westlichen und indigenen Kulturen als natürlicher und sogar positiver Lebensabschnitt betrachtet. Bei den Mosuo in China etwa steigt der soziale Status von Frauen nach der Menopause, da sie oft zur Haushaltsvorsteherin und Entscheidungsträgerin werden [132]. Ähnlich gilt in matrilinearen Gesellschaften oder bei indigenen Völkern, dass die Menopause mit Weisheit, spiritueller Reife und erhöhter sozialer Autorität assoziiert wird, was das emotionale Wohlbefinden stärkt [133].

Geschlechterrollen und familiäre Machtverhältnisse

Die Art und Weise, wie Geschlechterrollen innerhalb von Familien und Gemeinschaften ausgeprägt sind, beeinflusst stark, ob die Menopause als stigmatisierend oder ermächtigend erlebt wird. In patriarchalen Systemen, in denen der Wert von Frauen an ihre Fruchtbarkeit gebunden ist, kann die Menopause zu sozialer Ausgrenzung führen. In China berichten Frauen beispielsweise von emotionaler Missachtung oder sogar Misshandlung durch Ehemänner und Schwiegerfamilien, da Symptome wie Stimmungsschwankungen als „hysterisch“ oder „abnormal“ interpretiert werden [134]. Im Arbeitsleben, insbesondere in männerdominierten Berufen wie der Polizei im Vereinigten Königreich, fühlen sich Frauen oft gezwungen, Symptome wie Hitzewallungen zu verbergen, um nicht als weniger kompetent wahrgenommen zu werden [135]. In egalitären oder matrilinealen Kulturen hingegen wird die Menopause als Übergang in eine Führungsrolle verstanden, was zu einer Stärkung der Identität und Autonomie führt [136].

Rassenspezifische Unterschiede und gesundheitliche Ungleichheiten

Rassenspezifische und ethnische Hintergründe beeinflussen sowohl die Schwere der Symptome als auch die Hilfesuchverhalten. In den USA berichten schwarze und hispanische Frauen von früherem Einsetzen der Menopause und stärkeren vasomotorischen Symptomen im Vergleich zu weißen Frauen [130]. Diese Unterschiede sind jedoch nicht allein biologisch bedingt, sondern eng mit strukturellem Rassismus, chronischem Stress und ungleichem Zugang zur Gesundheitsversorgung verknüpft [138]. Trotz stärkerer Symptome erhalten Frauen rassistisch marginalisierter Gruppen seltener Hormonersatztherapie oder psychologische Unterstützung, was auf systemische Ungerechtigkeiten in der medizinischen Versorgung hinweist [139]. Kulturelle Tabus, Sprachbarrieren und Misstrauen gegenüber dem Gesundheitssystem erschweren zudem die Inanspruchnahme von Hilfe [140].

Lebensveränderungen und psychische Herausforderungen

Die Menopause fällt häufig mit anderen bedeutenden Lebensübergängen zusammen, die die psychische Belastung verstärken können. Der sogenannte „leere Nest“-Syndrom, bei dem Kinder das Elternhaus verlassen, kann zu Gefühlen von Sinnverlust und Einsamkeit führen, besonders wenn die mütterliche Rolle zentral für die Identität war [141]. Gleichzeitig übernehmen viele Frauen in der Midlife-Phase die Pflege alternder Eltern, was sie zur „Sandwich-Generation“ macht und zu Burnout und erhöhtem Stress führen kann [142]. Berufliche Neuorientierungen, Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz oder Beziehungsveränderungen tragen ebenfalls zur emotionalen Belastung bei. Diese psychosozialen Stressoren interagieren mit den hormonellen Schwankungen und erhöhen die Anfälligkeit für depressive Symptome und Angst [143].

Kulturelle Narrative und Empowerment

Trotz der Stigmatisierung gewinnt eine globale Bewegung an Bedeutung, die die Menopause als natürlichen und positiven Lebensabschnitt neu interpretiert. Feministische und postfeministische Diskurse sowie Social-Media-Kampagnen von Frauen aus unterschiedlichen Hintergründen fördern Narrative der Ermächtigung, des Widerstands gegen Altersdiskriminierung und der Selbstbestimmung [144]. Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Menopause-Gesellschaft fordern eine kultursensible Versorgung, die die Vielfalt weiblicher Erfahrungen anerkennt und strukturelle Ungerechtigkeiten im Gesundheitswesen adressiert [2]. Der Lancet-Menopause-Bericht 2024 plädiert für ein „Empowerment-Modell“, das Frauen als aktive Akteurinnen ihrer Gesundheitsentscheidungen sieht und Würde sowie Selbstwirksamkeit stärkt [146].

Spezielle klinische Überlegungen und Kontraindikationen

Die Entscheidung für oder gegen eine menopausale Hormontherapie (MHT) erfordert eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiken unter Berücksichtigung individueller medizinischer Faktoren. Die Therapie sollte stets auf der Grundlage einer umfassenden Anamnese, der Symptomatik und des persönlichen Risikoprofils angepasst werden. Klinische Überlegungen umfassen das Alter der Patientin, den Zeitpunkt des Einsetzens der Menopause, bestehende Komorbiditäten sowie genetische und familiäre Risikofaktoren [68]. Besonders wichtig ist die Einhaltung der „Timing-Hypothese“, die besagt, dass die Einführung von MHT in der Regel sicherer und vorteilhafter ist, wenn sie vor dem 60. Lebensjahr oder innerhalb von zehn Jahren nach dem Einsetzen der Menopause erfolgt [148]. In diesem Zeitfenster ist das Risiko für koronare Herzerkrankungen geringer, und die kardiovaskulären Vorteile können überwiegen, insbesondere bei Frauen ohne bestehende Atherosklerose [97].

Absolute Kontraindikationen

Es gibt mehrere absolute Kontraindikationen, bei denen die Anwendung von systemischer Hormonersatztherapie (HRT) nicht empfohlen wird. Dazu gehören eine Vorgeschichte von hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Brustkrebs oder Endometriumkarzinom, da exogene Östrogene das Tumorwachstum fördern können [150]. Auch bei aktiven oder rezidivierenden thromboembolischen Erkrankungen wie tiefer Venenthrombose (TVT) oder Lungenembolie ist die Gabe von MHT kontraindiziert, insbesondere bei oraler Einnahme, die das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) erhöht [151]. Weitere absolute Kontraindikationen umfassen unerklärliche vaginale Blutungen, die vor Therapiebeginn abgeklärt werden müssen, sowie aktive Lebererkrankungen, da die Leber für den Metabolismus von Östrogenen verantwortlich ist und eine Dysfunktion zu einer Akkumulation führen kann [152].

Relative Kontraindikationen und Risikofaktoren

Relative Kontraindikationen erfordern eine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung. Dazu gehören bestehende kardiovaskuläre Erkrankungen (KHK), insbesondere bei Frauen, die erst lange nach der Menopause mit der Therapie beginnen. Hier ist das Risiko für Schlaganfall und Koronarereignisse erhöht [153]. Bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko, insbesondere bei langfristiger Anwendung kombinierter Östrogen-Progestin-Therapie, besteht eine geringfügig erhöhte Inzidenz, wobei synthetische Gestagene ein höheres Risiko bergen als bioidentische Progesteronformen [154]. Bei Migräne mit Aura wird aufgrund des erhöhten Schlaganfallrisikos von der Gabe oraler Östrogene abgeraten; transdermale Formen können in Einzelfällen in Erwägung gezogen werden [155].

Arzneimittelinteraktionen

Die Gabe von MHT kann zu relevanten Arzneimittelinteraktionen führen. So reduzieren starke Induktoren des Cytochrom P450-Systems, wie Rifampicin, Phenytoin oder Johanniskraut, die Wirksamkeit oraler Östrogene durch beschleunigten Metabolismus [155]. Umgekehrt können Inhibitoren wie Ketoconazol oder Ritonavir die Östrogenspiegel erhöhen und das Risiko für Nebenwirkungen steigern. Darüber hinaus beeinflusst orales Östrogen die hepatische Proteinsynthese, was zu einer Erhöhung von Gerinnungsfaktoren und Angiotensinogen führt und somit die Wirkung von Antikoagulanzien und Antihypertensiva beeinträchtigen kann [157].

Nicht-hormonelle Therapien und deren Kontraindikationen

Für Patientinnen mit Kontraindikationen gegenüber MHT stehen nicht-hormonelle Alternativen zur Verfügung, die ebenfalls spezifische Risiken und Interaktionen aufweisen. SSRIs wie Paroxetin oder SNRIs wie Venlafaxin sind wirksam gegen vasomotorische Symptome, bergen jedoch das Risiko des Serotonin-Syndroms bei gleichzeitiger Gabe anderer serotonerger Substanzen [158]. Besonders bei Frauen mit Brustkrebs, die Tamoxifen erhalten, sollte Paroxetin aufgrund seiner Hemmung des CYP2D6-Enzyms vermieden werden, da dies die Wirksamkeit von Tamoxifen beeinträchtigen kann [159]. Gabapentin kann zu sedierenden Effekten führen, insbesondere bei Kombination mit anderen zentral dämpfenden Medikamenten, und erfordert Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz [160]. Clonidin kann Hypotonie verstärken und sollte daher bei Patientinnen mit kardiovaskulären Erkrankungen mit Vorsicht eingesetzt werden [105].

Neue Therapien: Neurokinin-3-Rezeptorantagonisten

Zu den neu zugelassenen nicht-hormonellen Therapien gehören die Neurokinin-3-Rezeptorantagonisten wie Fezolinetant und Elinzanetant, die gezielt die thermoregulatorischen Störungen der Menopause ansprechen [106]. Fezolinetant ist jedoch mit einem seltenen, aber schwerwiegenden Risiko einer Leberverletzung assoziiert, weshalb eine regelmäßige Kontrolle der Leberenzyme erforderlich ist [163]. Zudem induziert Fezolinetant das CYP3A4-Enzym und kann so die Wirksamkeit anderer Medikamente, wie oraler Kontrazeptiva oder Statine, verringern [164]. Diese Interaktionen müssen bei der Therapieplanung berücksichtigt werden, insbesondere bei Frauen mit multimorbiden Erkrankungen.

Spezielle Überlegungen bei Komorbiditäten

Bei Frauen mit bestehenden Erkrankungen ist eine individualisierte Therapie entscheidend. Bei kardiovaskulären Erkrankungen ist die transdermale Gabe von Östrogenen aufgrund des fehlenden First-Pass-Effekts und des geringeren VTE-Risikos gegenüber der oralen Einnahme zu bevorzugen [165]. Bei Brustkrebspatientinnen ist systemische MHT kontraindiziert, aber lokal appliziertes vaginales Östrogen kann unter engmaschiger Kontrolle zur Behandlung des genitourinären Syndroms der Menopause (GSM) verwendet werden [150]. Bei Leberfunktionsstörungen sind orale Östrogene kontraindiziert, während transdermale Formen in leichtem Ausmaß möglicherweise noch in Betracht gezogen werden können. Nicht-hormonelle Optionen wie Gabapentin oder Clonidin sind in diesen Fällen oft sicherer, erfordern aber eine angepasste Dosierung [152].

Referenzen