Federal Stafford Loans, heute bekannt als Direkt subventionierte Darlehen und Direkt unsubventionierte Darlehen, sind zentrale Bestandteile des amerikanischen Bildungssystems und Teil des William-D.-Ford-Federal-Direct-Loan-Programms. Diese Darlehen werden vom US-Bildungsministerium verwaltet und ermöglichen Studierenden, ihre Ausbildung an akkreditierten Hochschulen zu finanzieren, unabhängig davon, ob sie einen Bachelor, Master oder ein Zertifikatsprogramm absolvieren. Die ursprüngliche Bezeichnung „Stafford Loan“ geht auf den Senator Robert T. Stafford zurück, der maßgeblich an der Weiterentwicklung des Hochschulbildungsgesetzes von 1965 beteiligt war, insbesondere durch die Umbenennung des garantierten Studentendarlehensprogramms im Jahr 1988. Seit dem Ende des Federal-Family-Education-Loan-Programms (FFELP) im Jahr 2010 werden alle neuen Bundesdarlehen direkt vom Staat vergeben, was die Rolle der föderalen Studentendarlehensservicer und des Büros für föderale Studienfinanzierung (FSA) verstärkt hat. Die Unterscheidung zwischen subventionierten und unsubventionierten Darlehen basiert auf dem Vorliegen einer finanziellen Notlage, die über den Free Application for Federal Student Aid (FAFSA) ermittelt wird, wobei die Student Aid Index (SAI) anstelle des früheren Expected Family Contribution (EFC) verwendet wird. Während bei subventionierten Darlehen die während des Studiums, der Gnadefrist und bei Stundung vom Staat übernommen werden, sind bei unsubventionierten Darlehen die Studierenden von Beginn an für die anfallenden Zinsen verantwortlich, was die langfristige finanzielle Belastung erhöhen kann. Darlehen werden über das Common-Origination-and-Disbursement-(COD)-System vergeben, und die Rückzahlung beginnt normalerweise sechs Monate nach Abschluss des Studiums oder bei Unterschreiten der Halbzeitstudiums-Anforderung. Zur Unterstützung der Schuldner existieren verschiedene Rückzahlungsmodelle wie der Standard-Rückzahlungsplan, einkommensabhängige Rückzahlungspläne (IDR) wie der Saving-on-a-Valuable-Education-(SAVE)-Plan, sowie Programme wie die Public-Service-Loan-Forgiveness-(PSLF)-Regelung, die nach 120 qualifizierenden Zahlungen Schuldenerlass bietet. Um Missverständnisse zu vermeiden, führen Hochschulen Einführungsberatungen und Abschlussberatungen durch, und Studierende müssen den Master-Promissory-Note (MPN) unterzeichnen, um ihre Rückzahlungsverpflichtungen anzuerkennen [1].

Geschichte und rechtliche Grundlagen

Die Geschichte der Federal Stafford Loans ist eng mit der Entwicklung des amerikanischen Bildungssystems und der gesetzgeberischen Bemühungen um den Zugang zu höherer Bildung verknüpft. Ihre rechtlichen Grundlagen wurzeln im Hochschulbildungsgesetz von 1965, das von Präsident Lyndon B. Johnson unterzeichnet wurde und den Beginn einer umfassenden staatlichen Unterstützung für Studierende markierte [2]. Dieses Gesetz, insbesondere dessen Title IV, autorisierte verschiedene Programme zur Studienfinanzierung, darunter das ursprüngliche garantierte Studentendarlehensprogramm (GSL) [3]. Das GSL-Programm basierte auf einer öffentlich-privaten Partnerschaft, bei der private Kreditgeber Darlehen an Studenten vergaben, während die Bundesregierung diese Darlehen garantierte, um das Kreditrisiko zu minimieren und den Zugang zu erhöhen [3].

Ein entscheidender Meilenstein in der Evolution dieser Darlehen war die Umbenennung des GSL-Programms im Jahr 1988 in das Robert-T.-Stafford-Studentendarlehensprogramm zu Ehren des republikanischen Senators Robert T. Stafford aus Vermont, der sich maßgeblich für die Verbesserung der Studienfinanzierung und den Ausbau der Kreditvergabe eingesetzt hatte [5]. Von da an wurden die Darlehen allgemein als Federal Stafford Loans bekannt, die in zwei Formen angeboten wurden: als subventionierte Darlehen für bedürftige Studierende und als unsubventionierte Darlehen ohne Nachweis einer finanziellen Notlage [6]. Diese Programme wurden unter Teil B des Subkapitels IV des Titel 20 des US-amerikanischen U.S. Code verwaltet, das das Federal-Family-Education-Loan-Programm (FFELP) regelte [7].

Ein tiefgreifender Wandel in der Darlehensvergabe wurde durch die Hochschulreformgesetze von 1992 eingeleitet, die einen Pilotversuch für das William-D.-Ford-Federal-Direct-Loan-Programm autorisierten [8]. Dieser Pilot ermöglichte es dem US-Bildungsministerium, Darlehen direkt an Studierende zu vergeben, wodurch die Vermittlerrolle privater Kreditgeber umgangen wurde. Diese direkte Vergabe wurde durch den Student Loan Reform Act of 1993 unter Präsident Bill Clinton institutionalisiert und machte das Direktkreditprogramm dauerhaft [9]. Dadurch entstanden die Direct Stafford Loans, die zwar ähnliche Bedingungen wie ihre FFELP-Pendants hatten, aber nun direkt vom Staat verwaltet wurden [10].

Der endgültige Übergang zu einem reinen Direktkreditmodell erfolgte mit dem Health-Care-and-Education-Reconciliation-Act von 2010, der die Vergabe neuer FFELP-Darlehen zum 1. Juli 2010 einstellte [11]. Seitdem werden alle neuen Bundesdarlehen, die weiterhin oft als Stafford Loans bezeichnet werden, ausschließlich über das William-D.-Ford-Federal-Direct-Loan-Programm (Teil D von Title IV) direkt vom US-Bildungsministerium vergeben [12]. Diese Konsolidierung stärkte die Rolle des Büros für föderale Studienfinanzierung (FSA) und ermöglichte eine zentralisierte Verwaltung, einheitliche Standards und verbesserte Konsumentenschutzmaßnahmen [13].

Die Entwicklung des Stafford-Loan-Programms spiegelt zentrale politische Ziele wider: die Erweiterung des Zugangs zur Hochschulbildung für Studierende aus einkommensschwachen und mittleren Haushalten, die Verringerung der Abhängigkeit von privaten Kreditgebern, die Verbesserung der Schuldnerrechte durch standardisierte Konditionen und Rückzahlungsmodelle sowie die Vereinfachung der Verwaltung durch zentralisierte Vergabe und die Einführung des Free Application for Federal Student Aid (FAFSA) [14]. Die Umstellung von einem garantierten Privatkreditmodell zu einem reinen Direktkreditmodell stellt einen bedeutenden Wandel in der Bildungspolitik dar, der darauf abzielt, die Kontrolle über die Studienfinanzierung zu zentralisieren und die Effizienz und Gerechtigkeit des Systems zu verbessern [15].

Arten von Federal Stafford Loans

Die Federal Stafford Loans, heute offiziell bekannt als Direkt subventionierte Darlehen und Direkt unsubventionierte Darlehen, werden im Rahmen des William-D.-Ford-Federal-Direct-Loan-Programms vergeben und umfassen zwei grundlegende Darlehensarten, die sich hinsichtlich ihrer Zinsbehandlung, Förderkriterien und langfristigen finanziellen Auswirkungen unterscheiden. Diese beiden Typen – subventioniert und unsubventioniert – spiegeln unterschiedliche politische Zielsetzungen wider: einerseits die gezielte Unterstützung von Studierenden mit finanzieller Notlage, andererseits die universelle Zugänglichkeit von Bildungsfinanzierung unabhängig von der wirtschaftlichen Situation [1].

Direkt subventionierte Darlehen

Direkt subventionierte Darlehen sind ausschließlich für Bachelorstudierende verfügbar, die eine nachgewiesene finanzielle Notlage aufweisen. Die Höhe der finanziellen Notlage wird anhand des Student Aid Index (SAI) ermittelt, der durch die Einreichung des Free Application for Federal Student Aid (FAFSA) berechnet wird. Der SAI ersetzt den früheren Expected Family Contribution (EFC) und bildet die Grundlage für die Zuteilung von bedarfsgesteuerten Hilfen [1].

Ein entscheidender Vorteil dieser Darlehensart ist, dass das US-Bildungsministerium die anfallenden während bestimmter Phasen übernimmt. Dazu gehören die Zeit, in der der Studierende mindestens halbtags eingeschrieben ist, die sechsmonatige Gnadefrist nach Beendigung des Studiums oder dem Unterschreiten der Halbzeitstudiums-Anforderung sowie anerkannte Zeiten der Stundung [1]. Da während dieser Perioden kein Zinseszins entsteht, bleibt der Darlehensbetrag stabil und verringert die langfristige finanzielle Belastung erheblich. Dieser Zinszuschuss ist ein zentrales Element der sozialen Ausrichtung des Programms und unterstützt Studierende aus einkommensschwachen Haushalten dabei, ihre Ausbildung abzuschließen, ohne unter unverhältnismäßigen Schulden zu leiden.

Direkt unsubventionierte Darlehen

Im Gegensatz zu subventionierten Darlehen sind Direkt unsubventionierte Darlehen sowohl für Bachelorstudierende als auch für Masterstudierende und professionelle Studierende (z. B. in Jura, Medizin oder Zahnmedizin) verfügbar und erfordern keinen Nachweis finanzieller Notlage. Dies erweitert den Zugang zu staatlicher Bildungsfinanzierung für eine breitere Studierendenschaft, einschließlich Studierender aus einkommensstarken Haushalten oder solchen, die fortgeschrittene Abschlüsse anstreben [1].

Die wesentliche finanzielle Einschränkung dieser Darlehensart liegt in der Zinsbehandlung: Die Zinsen beginnen sofort mit der Auszahlung des Darlehens zu laufen, unabhängig davon, ob der Studierende noch immatrikuliert ist, sich in der Gnadefrist befindet oder eine Stundung oder Zahlungsaufschub in Anspruch nimmt. Wenn die Studierenden während dieser Zeiträume keine Zinszahlungen leisten, werden die angesammelten Zinsen kapitalisiert – also dem ursprünglichen Darlehensbetrag hinzugefügt. Dies führt zu einem höheren Gesamtbetrag, an dem künftig Zinsen berechnet werden, was die Gesamtkosten des Darlehens über seine Laufzeit erheblich erhöht [1]. Diese Struktur fördert eine kostendeckende Finanzierung des Programms durch die Studierenden selbst, anstatt staatliche Subventionen bereitzustellen.

Vergleich der zentralen Unterschiede

Die Unterschiede zwischen den beiden Darlehensarten sind entscheidend für die finanzielle Planung und das langfristige Schuldenerlebnis der Studierenden. Während beide Darlehen feste, vom US-Kongress jährlich festgelegte Zinssätze haben, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Zielgruppe und den finanziellen Folgen.

Merkmal Direkt subventioniertes Darlehen Direkt unsubventioniertes Darlehen
Finanzielle Notlage erforderlich Ja Nein
Verfügbar für Nur Bachelorstudierende Bachelor- und Master-/Professionelle Studierende
Zinsübernahme während des Studiums Ja, durch das US-Bildungsministerium Nein, Zinsen laufen weiter
Zinsen während der Gnadefrist Kein Zinseszins, Staat zahlt Zinsen laufen weiter, Kapitalisierung möglich
Zinsen während der Stundung Kein Zinseszins, Staat zahlt Zinsen laufen weiter, Kapitalisierung möglich
Langfristige Kosten Geringer aufgrund des Zinszuschusses Höher aufgrund von Kapitalisierung und anhaltendem Zinseszins

Studierende sollten daher, sofern sie berechtigt sind, subventionierte Darlehen priorisieren, um die finanzielle Belastung zu minimieren. Die Entscheidung für unsubventionierte Darlehen sollte bewusst getroffen werden, idealerweise unter Berücksichtigung der Möglichkeit, während des Studiums Zinszahlungen zu leisten, um die Kapitalisierung zu vermeiden. Die Beratung durch die Hochschul-Beratungsstellen spielt eine entscheidende Rolle dabei, diese Unterschiede zu erklären und Studierenden bei der Auswahl der am besten geeigneten Finanzierungsoptionen zu unterstützen [1].

Zinssätze und Kreditobergrenzen

Die Zinssätze und Kreditobergrenzen für Direkt subventionierte Darlehen und Direkt unsubventionierte Darlehen sind zentrale Elemente des amerikanischen Bundesdarlehenssystems und werden jährlich vom Kongress festgelegt. Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich die finanzielle Belastung von Studierenden und deren langfristige Schuldenlast. Die Zinssätze sind für die gesamte Laufzeit des Darlehens festgeschrieben und basieren auf der Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen, die im Mai versteigert werden, zuzüglich eines gesetzlich festgelegten Zuschlags [22]. Die Darlehenshöchstbeträge hingegen variieren je nach Studierendenebene, akademischem Stand und Abhängigkeitsstatus.

Aktuelle Zinssätze (2025–2026)

Für Darlehen, die erstmals zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 30. Juni 2026 ausgezahlt werden, gelten folgende feste Zinssätze:

  • Für Studierende an Hochschulen:
    Der Zinssatz für sowohl subventionierte als auch unsubventionierte Direkt Darlehen beträgt 6,39 % [23].
  • Für Studierende an Graduiertenschulen oder in beruflichen Programmen:
    Der Zinssatz für unsubventionierte Darlehen liegt bei 6,94 % für denselben Auszahlungszeitraum [24].

Diese Zinssätze gelten für die gesamte Laufzeit des Darlehens und werden nicht angepasst, unabhängig von zukünftigen Marktentwicklungen. Die Unterscheidung zwischen den beiden Gruppen spiegelt die unterschiedliche Risikowahrnehmung wider, da Absolventen mit höheren Abschlüssen tendenziell höhere Einkommen erzielen, weshalb ihnen ein höherer Zinssatz zugemutet wird.

Jährliche und kumulative Darlehenshöchstbeträge

Die Bundesregierung setzt jährliche und kumulative Obergrenzen für die Darlehenssummen, um übermäßige Verschuldung zu verhindern und gleichzeitig ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten zu gewährleisten. Diese Limits unterscheiden sich je nach Abhängigkeitsstatus des Studierenden (abhängig oder unabhängig) sowie nach Studienebene.

Studierende an Hochschulen

  • Abhängige Studierende (außer wenn Eltern keinen PLUS-Kredit erhalten können):

    • Erstes Jahr: 5.500 USD (davon maximal 3.500 USD subventioniert)
    • Zweites Jahr: 6.500 USD (davon maximal 4.500 USD subventioniert)
    • Drittes Jahr und darüber: 7.500 USD (davon maximal 5.500 USD subventioniert)
    • Kumulatives Limit: 31.000 USD (davon maximal 23.000 USD subventioniert) [25].
  • Unabhängige Studierende (und abhängige Studierende, deren Eltern keinen PLUS-Kredit erhalten):

    • Erstes Jahr: 9.500 USD (davon maximal 3.500 USD subventioniert)
    • Zweites Jahr: 10.500 USD (davon maximal 4.500 USD subventioniert)
    • Drittes Jahr und darüber: 12.500 USD (davon maximal 5.500 USD subventioniert)
    • Kumulatives Limit: 57.500 USD (davon maximal 23.000 USD subventioniert) [26].

Studierende an Graduiertenschulen oder in beruflichen Programmen

  • Jährliches Limit: 20.500 USD an unsubventionierten Direkt unsubventionierten Darlehen
  • Kumulatives Limit: 138.500 USD (einschließlich aller zuvor für den Bachelor erhaltener Bundesdarlehen, davon maximal 65.500 USD subventioniert) [25].

Für bestimmte Studierende in medizinischen oder juristischen Programmen gelten ab dem 1. Juli 2026 erhöhte Grenzen:

  • Jährliches Limit: 50.000 USD
  • Kumulatives Limit: 200.000 USD
    Diese Erhöhung soll den steigenden Kosten in kostenintensiven Hochschulprogrammen Rechnung tragen [28].

Auswirkungen von Zinssätzen und Limits auf die Studierenden

Die festen Zinssätze und gestuften Obergrenzen beeinflussen direkt die finanzielle Planung von Studierenden. Abhängige Studierende haben geringere Darlehensmöglichkeiten, was die Rolle der elterlichen Unterstützung unterstreicht. Unabhängige Studierende und Absolventen profitieren von höheren Limits, tragen aber auch ein größeres langfristiges Risiko, insbesondere bei den höheren Zinssätzen für Graduiertendarlehen. Zudem führt die Kapitalisierung von Zinsen bei unsubventionierten Darlehen – wenn diese während des Studiums nicht bezahlt werden – zu einer Erhöhung der Gesamtschuld, was die finanzielle Belastung nach dem Abschluss verstärkt.

Studierende sollten daher die Free Application for Federal Student Aid (FAFSA) jedes Jahr pünktlich einreichen, um ihre Berechtigung für subventionierte Darlehen zu maximieren, die aufgrund der Zinsvergünstigung durch das US-Bildungsministerium die kostengünstigere Option darstellen [1]. Die Nutzung von Planungstools wie dem Darlehen-Simulator des Büros für föderale Studienfinanzierung (FSA) hilft, verschiedene Rückzahlungsszenarien zu vergleichen und fundierte Entscheidungen zu treffen [30].

Antrags- und Genehmigungsverfahren

Das Antrags- und Genehmigungsverfahren für Direkt subventionierte Darlehen und Direkt unsubventionierte Darlehen ist ein strukturierter Prozess, der sicherstellt, dass nur berechtigte Studierende Zugang zu diesen zentralen Komponenten des William-D.-Ford-Federal-Direct-Loan-Programms erhalten. Der Prozess beginnt mit der Einreichung des Free Application for Federal Student Aid (FAFSA) und umfasst mehrere Schritte, die von der US-Bildungsministerium und den Hochschulen gemeinsam verwaltet werden. Die Einhaltung aller Anforderungen ist entscheidend, um die Darlehensgenehmigung und -auszahlung sicherzustellen.

Schritt 1: Einreichung des FAFSA

Der erste und zentrale Schritt im Antragsverfahren ist die Einreichung des FAFSA auf der offiziellen Plattform [31] [32]. Dieses Formular dient als Grundlage für die Feststellung der finanziellen Notlage und der allgemeinen Berechtigung für alle Bundesdarlehen, einschließlich der Federal Stafford Loans. Die Student Aid Index (SAI) – der den früheren Expected Family Contribution (EFC) ersetzt hat – wird aus den FAFSA-Daten berechnet und spiegelt die finanzielle Leistungsfähigkeit des Studierenden oder seiner Familie wider [33]. Nur Studierende mit einem positiven finanziellen Bedarf, definiert als Differenz zwischen der Kosten der Teilnahme (COA) und dem SAI, können für subventionierte Darlehen in Betracht gezogen werden.

Schritt 2: Prüfung des Finanzhilfeangebots

Nach der Verarbeitung des FAFSA sendet die Hochschule dem Studierenden einen Finanzhilfe-Brief, der die Höhe und Art der gewährten Unterstützung auflistet, einschließlich der angebotenen subventionierten und unsubventionierten Darlehen. Die Darlehenshöhe hängt von mehreren Faktoren ab, darunter der akademischen Stufe, der Abhängigkeitsstellung (abhängig oder unabhängig) und der individuellen finanziellen Situation. Die Finanzhilfebüros der Hochschulen spielen eine entscheidende Rolle bei der Zusammenstellung dieses Pakets, wobei sie sicherstellen, dass die Gesamthilfe die COA nicht überschreitet und dass subventionierte Darlehen vor unsubventionierten vergeben werden, um die finanzielle Belastung zu minimieren [34].

Schritt 3: Annahme des Darlehensangebots

Der Studierende muss das Darlehensangebot aktiv annehmen, indem er sich über das Online-Portal der Hochschule oder per Papierformular an das Finanzhilfebüro wendet. Bei dieser Entscheidung ist es wichtig, nur den tatsächlich benötigten Betrag zu beantragen, um zukünftige Schulden zu minimieren. Die Annahme des Angebots setzt voraus, dass der Studierende die allgemeinen Bundesdarlehenkriterien erfüllt, darunter die Staatsbürgerschaft (US-Bürger, US-National oder berechtigter Ausländer), ein gültiges Sozialversicherungsnummer, die Einschreibung in einem anerkannten Studiengang in mindestens Halbzeitstudium und die Aufrechterhaltung des zufriedenstellenden akademischen Fortschritts (SAP) [35].

Schritt 4: Abschluss der Einführungsberatung

Erstmalige Darlehensnehmer müssen eine obligatorische Einführungsberatung absolvieren, die auf [31] verfügbar ist [37]. Diese Sitzung informiert Studierende über ihre Rechte und Pflichten als Darlehensnehmer, einschließlich der Rückzahlungsbedingungen, der Zinsen, der Kapitalisierung und der Folgen einer Zahlungsverweigerung. Die Beratung dient als Bildungsinstrument, um Missverständnisse zu vermeiden und verantwortungsbewusstes Kreditverhalten zu fördern. Sie muss kurz vor der ersten Auszahlung abgeschlossen werden, und die Hochschule überprüft die Fertigstellung über das Common-Origination-and-Disbursement-(COD)-System.

Schritt 5: Unterzeichnung der Master-Promissory-Note (MPN)

Der letzte Schritt vor der Genehmigung ist die Unterzeichnung der Master-Promissory-Note (MPN), einer rechtlich bindenden Vereinbarung, in der der Studierende die Rückzahlung des Darlehens und die Einhaltung der Darlehensbedingungen zusichert. Die MPN kann elektronisch auf [31] ausgefüllt werden [39]. Mit der Unterzeichnung der MPN erklärt sich der Studierende verbindlich bereit, die Darlehen zurückzuzahlen, und genehmigt die Übertragung der Darlehensinformationen an das COD-System und die zuständigen föderalen Studentendarlehensservicer.

Nach Abschluss aller Schritte leitet die Hochschule die Auszahlung über das COD-System ein. Die Darlehensmittel werden direkt an die Hochschule überwiesen, um Studiengebühren, Gebühren und andere zulässige Kosten zu decken. Etwaige Restbeträge werden an den Studierenden ausgezahlt, um Lebenshaltungskosten zu decken [40]. Dieser strukturierte Prozess gewährleistet, dass Darlehen verantwortungsvoll vergeben werden und Studierende über die finanziellen Verpflichtungen, die sie eingehen, vollständig informiert sind.

Rückzahlungsoptionen und Schuldenerlass

Die Rückzahlung von Federal Stafford Loans, die heute als Direkt subventionierte Darlehen und Direkt unsubventionierte Darlehen bekannt sind, beginnt in der Regel sechs Monate nach Abschluss des Studiums, dem Verlassen der Hochschule oder der Unterschreitung der Halbzeitstudiums-Anforderung. Diese sechsmonatige Phase wird als Gnadefrist bezeichnet und bietet Studierenden eine Atempause, bevor die ersten Zahlungen fällig werden [41]. Während dieser Zeit fallen bei subventionierten Darlehen keine Zinsen an, da das US-Bildungsministerium diese übernimmt, während bei unsubventionierten Darlehen weiterhin Zinsen anfallen, die bei Nichtzahlung kapitalisiert werden.

Rückzahlungspläne

Borrower haben Zugang zu einer Vielzahl von Rückzahlungsplänen, die auf ihre finanzielle Situation zugeschnitten sind. Der Standard-Rückzahlungsplan ist der häufigste und sieht feste monatliche Raten über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren vor. Dieser Plan führt zu einer niedrigeren Gesamtbelastung durch Zinsen, da die Darlehen schneller getilgt werden [41]. Für Studierende mit niedrigem oder unregelmäßigem Einkommen bieten sich einkommensabhängige Rückzahlungspläne (IDR) an. Diese Pläne berechnen die monatlichen Zahlungen basierend auf dem verfügbaren Einkommen und der Familiengröße und machen die Rückzahlung für finanziell belastete Personen tragbarer [43].

Zu den wichtigsten IDR-Plänen gehören der Income-Based Repayment (IBR)-Plan, Pay As You Earn (PAYE), Income-Contingent Repayment (ICR) und der Saving-on-a-Valuable-Education-(SAVE)-Plan. Der SAVE-Plan, der den REPAYE-Plan ersetzt hat, senkt die monatlichen Zahlungen für Studierende mit niedrigem Einkommen erheblich – bei ausschließlichem Erhalt von Darlehen für den Bachelorabschluss können es sogar 5 % des verfügbaren Einkommens sein [43]. Nach 20 oder 25 Jahren qualifizierter Zahlungen wird der verbleibende Darlehensbetrag erlassen, wobei die Erlassung steuerpflichtig sein kann [45].

Neben den Standard- und einkommensabhängigen Plänen stehen auch der abgestufte Rückzahlungsplan und der verlängerte Rückzahlungsplan zur Verfügung. Beim abgestuften Plan steigen die Zahlungen im Laufe der Zeit an, während der verlängerte Plan die Rückzahlung über mehr als zehn Jahre ermöglicht, wodurch die monatlichen Raten gesenkt, jedoch die Gesamtzinsbelastung erhöht wird [46]. Um den für ihre Situation besten Plan zu finden, können Studierende den Darlehensrechner des Büros für föderale Studienfinanzierung (FSA) nutzen, der verschiedene Szenarien vergleicht [30].

Schuldenerlass und Vergebung

Ein zentraler Bestandteil des Rückzahlungssystems sind Programme zur Schuldenerlassung, die insbesondere für Studierende attraktiv sind, die im öffentlichen Dienst tätig sind oder über einen langen Zeitraum unter einkommensabhängigen Plänen zurückzahlen. Die Public-Service-Loan-Forgiveness-(PSLF)-Regelung bietet nach 120 qualifizierenden monatlichen Zahlungen vollständige Schuldenerlass für Studierende, die für qualifizierte gemeinnützige Organisationen oder öffentliche Einrichtungen arbeiten [48]. Um von dieser Regelung zu profitieren, müssen die Zahlungen im Rahmen eines qualifizierten IDR-Plans erfolgen, und es ist entscheidend, dass die Arbeitgeber die Beschäftigung bestätigen.

Weitere Erlassmöglichkeiten bestehen nach 20 oder 25 Jahren qualifizierter Zahlungen im Rahmen der einkommensabhängigen Pläne. Studierende, die über 20 Jahre (Bachelor) oder 25 Jahre (Master) hinweg regelmäßig gezahlt haben, können den verbleibenden Betrag erlassen lassen. Seit 2022 hat das US-Bildungsministerium außerdem gezielte Maßnahmen zur Schuldenerlassung ergriffen, insbesondere für Studierende, die über längere Zeit zurückgezahlt haben oder durch systematische Fehler benachteiligt wurden. Diese Maßnahmen umfassen automatischen Erlass für Studierende, die bereits 20 oder mehr Jahre zurückgezahlt haben, ohne jemals Antrag gestellt zu haben [49].

Temporäre Erleichterungen: Stundung und Aussetzung

Für Studierende, die vorübergehend finanzielle Schwierigkeiten haben, bieten sich die Optionen Stundung und Aussetzung an. Bei einer Stundung wird die Rückzahlung vorübergehend ausgesetzt, wobei bei subventionierten Darlehen während dieses Zeitraums keine Zinsen anfallen [50]. Bei unsubventionierten Darlehen und bei einer Aussetzung hingegen fallen weiterhin Zinsen an, die bei Nichtzahlung kapitalisiert und zur Gesamtschuld hinzugerechnet werden [51]. Daher ist die Stundung für Studierende mit subventionierten Darlehen die vorteilhaftere Option, da sie vor Zinsansammlung schützt.

Zukünftige Entwicklungen und strategische Überlegungen

Ab dem 1. Juli 2026 werden neue Studierende nur noch zwischen einem überarbeiteten Standard-Rückzahlungsplan und dem neuen Repayment-Assistance-Plan (RAP) wählen können, da die meisten bestehenden IDR-Pläne für neue Darlehen auslaufen [52]. Bestehende Studierende bleiben jedoch in ihren aktuellen Plänen. Diese Änderung unterstreicht die Bedeutung einer frühzeitigen und informierten Entscheidung. Studierende, die ältere Darlehen besitzen, sollten vor diesem Datum eine Direkt-Konsolidierungsdarlehen in Betracht ziehen, um Zugang zu den aktuellen IDR-Plänen und Vergebungsoptionen wie der PSLF zu erhalten [53].

Die Wahl des richtigen Rückzahlungsplans erfordert eine sorgfältige Abwägung von Faktoren wie aktuellem und zukünftigem Einkommen, Gesamtdarlehenssumme, Karrierezielen und der Bereitschaft, langfristig höhere Zinsen zu zahlen. Studierende sollten sich bewusst sein, dass die Nutzung von IDR-Plänen zwar kurzfristig Erleichterung bringt, aber aufgrund der längeren Laufzeit und der Zinsansammlung die Gesamtkosten erhöhen kann [54]. Eine proaktive Planung, regelmäßige Überprüfung der Einkommensbescheinigung und die Nutzung von Beratungsangeboten der föderalen Studentendarlehensservicer sind entscheidend, um die langfristigen finanziellen Auswirkungen zu minimieren und den Weg zur vollständigen Schuldentilgung erfolgreich zu gestalten.

Rolle der Hochschul-Beratungsstellen

Die an Hochschulen übernehmen eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Studierenden im Zusammenhang mit Federal Stafford Loans. Als Bindeglied zwischen Studierenden und dem US-Bildungsministerium gewährleisten diese Einrichtungen, dass die Studierenden die notwendigen Informationen erhalten, um fundierte Entscheidungen über ihre Studienfinanzierung zu treffen und alle gesetzlichen Anforderungen einzuhalten [55]. Sie leiten Studierende durch den gesamten Prozess – von der Antragstellung über die Auszahlung bis hin zur Rückzahlungsvorbereitung – und tragen so zur Compliance mit bundesweiten Vorschriften bei.

Unterstützung bei der Antragstellung und Zuteilung

Der Prozess beginnt mit der Einreichung des Free Application for Federal Student Aid (FAFSA), der Grundlage für die Feststellung der Berechtigung für alle Bundesmittel, einschließlich der direkt subventionierten Darlehen und direkt unsubventionierten Darlehen [55]. Die Beratungsstellen empfangen die Daten zum Student Aid Index (SAI) und nutzen diese, um die finanzielle Notlage des Studierenden zu ermitteln und die Zulassung zu den Darlehen festzustellen [57]. Anschließend erstellen sie einen finanziellen Hilfszuschlagbrief, der die Arten und Beträge der zugesprochenen Mittel auflistet, einschließlich der angebotenen Stafford-Darlehen [58]. Dabei helfen die Berater Studierenden, die Unterschiede zwischen subventionierten und unsubventionierten Darlehen zu verstehen, die jährlichen und gesamten Kreditobergrenzen je nach Studienstufe zu berücksichtigen und die langfristigen Auswirkungen der Rückzahlung zu erkennen [1].

Verwaltung der Darlehensannahme und -auszahlung

Nach der Entscheidung des Studierenden, ein Darlehen anzunehmen, leiten die Beratungsstellen den Prozess der Darlehensbestätigung ein. Dazu gehören die formale Annahme des Darlehens über das der Hochschule, die Unterzeichnung der Master-Promissory-Note (MPN) – eine rechtliche Vereinbarung zur Rückzahlung unter festgelegten Bedingungen – und die Überprüfung des Immatrikulationsstatus, um sicherzustellen, dass der Studierende mindestens als Halbzeitstudium eingeschrieben ist, was eine bundesweite Voraussetzung für die Auszahlung darstellt [39]. Zudem prüfen die Beratungsstellen die Anträge, wenn diese für die bundesweite oder institutionelle Überprüfung ausgewählt wurden, und fordern Dokumente wie Steuertranskripte oder Informationen zur Haushaltsgröße an, um die Richtigkeit der Angaben zu bestätigen [61].

Durchführung der obligatorischen Beratungssitzungen

Ein wesentlicher Bestandteil der Unterstützung durch die Hochschul-Beratungsstellen ist die Durchführung der obligatorischen Beratungssitzungen. Bundesvorschriften schreiben vor, dass alle Erstdarlehensnehmer vor der ersten Auszahlung eine Einführungsberatung absolvieren müssen. Die Beratungsstellen stellen sicher, dass die Studierenden diese Anforderung erfüllen, indem sie Informationen zur Verfügung stellen, wie die Online-Sitzung über studentaid.gov abgeschlossen werden kann. Diese Beratung vermittelt den Studierenden wichtige Kenntnisse über ihre Verantwortlichkeiten, Rückzahlungsoptionen, die Zinsentwicklung und die Folgen eines Zahlungsausfalls [37].

Verwaltung der Darlehensauszahlung

Die Beratungsstellen sind für die Verwaltung der Auszahlung der Stafford-Darlehen gemäß den bundesweiten Richtlinien verantwortlich. Dazu gehören die Planung der Auszahlungen nach akademischen Semestern, die Anforderung der Mittel über das Common-Origination-and-Disbursement-(COD)-System und den Erhalt über das G5-Zahlungssystem [40]. Die Mittel werden zunächst auf das Konto des Studierenden angerechnet, um Studiengebühren, Nebenkosten und andere zulässige Ausgaben zu decken. Eventuelle Restbeträge werden als Rückerstattung per Direktüberweisung oder Scheck ausgezahlt, sodass die Studierenden diese für Lebenshaltungskosten verwenden können [64]. Die Hochschulen müssen die Studierenden vor der Auszahlung über den erwarteten Betrag und den Zeitpunkt informieren [65].

Exit Counseling und Vorbereitung auf die Rückzahlung

Wenn ein Studierender abschließt, das Studium abbricht oder unter die Halbzeitstudiums-Anforderung fällt, stellen die Beratungsstellen sicher, dass der Studierende eine Abschlussberatung absolvieren muss. Diese obligatorische Sitzung bereitet die Darlehensnehmer auf die Rückzahlung vor und muss abgeschlossen werden, bevor der Studierende die Hochschule verlässt [66]. Die Beratung behandelt Themen wie Rückzahlungspläne, Darlehenskonsolidierung, die Berechtigung für Stundung und Stundung, Programme zur Schuldenerlass wie Public-Service-Loan-Forgiveness-(PSLF) und die Folgen von Zahlungsverzug und Zahlungsausfall [67]. Die Sitzung kann online über studentaid.gov oder über institutionsspezifische Plattformen durchgeführt werden [68]. Die Beratungsstellen überwachen die Absolvierung und können akademische Dienstleistungen wie die Herausgabe von einschränken, bis die Anforderung erfüllt ist.

Einhaltung von Vorschriften und institutionelle Aufsicht

Die Beratungsstellen sind verantwortlich für die Einhaltung bundesweiter Vorschriften, einschließlich der zeitnahen Meldung von Auszahlungen an das Common-Origination-and-Disbursement-(COD)-System innerhalb von 15 Tagen nach der Auszahlung oder einer Anpassung [65]. Sie verwalten auch die Regeln für Überschussmittel, Abstimmungsprozesse und stellen sicher, dass genaue Buchführungssysteme für die Mittel nach Title IV vorhanden sind [70]. Insgesamt fungieren die Beratungsstellen als unverzichtbare Wegweiser während des gesamten Lebenszyklus der Stafford-Darlehen und gewährleisten, dass Studierende genaue Informationen erhalten, die bundesweiten Anforderungen entsprechen und fundierte Entscheidungen über ihre Studienfinanzierung treffen.

Auswirkungen auf Kreditwürdigkeit und finanzielle Bildung

Federal Stafford Loans, heute bekannt als Direkt subventionierte Darlehen und Direkt unsubventionierte Darlehen, beeinflussen maßgeblich die Kreditwürdigkeit von Studierenden und Absolventen sowie deren langfristige finanzielle Bildung. Als Teil des William-D.-Ford-Federal-Direct-Loan-Programms werden diese Darlehen von den großen Kreditinstituten wie Experian, Equifax und TransUnion erfasst und wirken sich direkt auf die aus, sobald die Rückzahlungsphase beginnt [71].

Einfluss auf die Kreditwürdigkeit

Die Zahlungshistorie ist mit 35 % der größte Faktor bei der Berechnung des FICO-Score und damit entscheidend für die Kreditwürdigkeit [72]. Pünktliche Zahlungen auf Federal Stafford Loans tragen zu einem positiven Kreditverlauf bei und können die Kreditwürdigkeit über die Zeit hinweg verbessern. Umgekehrt führen verspätete oder ausbleibende Zahlungen – insbesondere nach 30 Tagen – zu negativen Einträgen in der , die bis zu sieben Jahre lang Bestand haben können. Nach 270 Tagen ausstehender Zahlungen gilt das Darlehen als in Default, was schwerwiegende Folgen wie , den Verlust von staatlichen Leistungen und die Sperrung zukünftiger nach sich zieht [73].

Auch die Art des Darlehens spielt eine Rolle: Während die Darlehen selbst als Ratenkredite klassifiziert werden, beeinflusst die Höhe der Gesamtschulden indirekt die Wahrnehmung durch Kreditgeber. Hohe Schuldenlasten können das erhöhen, was zwar nicht direkt den Kreditscore beeinflusst, aber bei der Beantragung von oder Autokrediten von Bedeutung sein kann [74]. Die Schließung eines Darlehenskontos nach vollständiger Rückzahlung kann kurzfristig zu einem leichten Rückgang des Kreditscores führen, da sich die durchschnittliche Kontoalterung verkürzt und die weniger diversifiziert wird. Langfristig überwiegen jedoch die positiven Effekte einer soliden Zahlungshistorie [75].

Rolle von Stundung und Zahlungsaufschub

In Zeiten finanzieller Notlage bieten die Optionen der Stundung und Zahlungsaufschub die Möglichkeit, Zahlungen vorübergehend auszusetzen oder zu reduzieren, ohne sofort in Zahlungsrückstand zu geraten. Solange diese Maßnahmen ordnungsgemäß beantragt und genehmigt werden, schaden sie nicht der Kreditwürdigkeit [76]. Allerdings bleibt der Zinsverfall weiterhin bestehen: Bei unsubventionierten Darlehen und allen Darlehen während eines Zahlungsaufschubs wird der anfallende Zins kapitalisiert – also dem Hauptbetrag hinzugefügt – was die Gesamtschuld erhöht und zukünftige Zinskosten vergrößert [77]. Diese Kapitalisierung kann mittel- bis langfristig die finanzielle Belastung erhöhen und das Risiko zukünftiger Zahlungsrückstände steigern.

Finanzielle Bildung und Verbreitung von Missverständnissen

Ein zentrales Problem im Zusammenhang mit Federal Stafford Loans ist die weit verbreitete finanzielle Unwissenheit unter Studierenden und ihren Familien. Viele glauben fälschlicherweise, dass die Darlehen erst nach dem Abschluss zurückgezahlt werden müssen, ohne zu erkennen, dass bereits während des Studiums Zinsen auf unsubventionierte Darlehen anfallen [78]. Ein weiterer häufiger Irrtum betrifft die Unterscheidung zwischen subventionierten und unsubventionierten Darlehen: Während bei den ersten die US-Bildungsministerium die Zinsen während des Studiums, der Gnadefrist und der Stundung übernimmt, sind bei den letzteren die Studierenden von Anfang an für alle anfallenden Zinsen verantwortlich [1].

Einige Studierende gehen außerdem fälschlicherweise davon aus, dass sie ohne den Free Application for Federal Student Aid (FAFSA) Zugang zu diesen Darlehen haben, obwohl die Einreichung des FAFSA die Grundvoraussetzung für die Ermittlung der finanziellen Notlage und die Berechnung des Student Aid Index (SAI) darstellt [80]. Weitere Missverständnisse betreffen die Rückzahlungspflicht: Einige glauben, dass wirtschaftliche Schwierigkeiten, ein Studienabbruch oder fehlende Beschäftigung nach dem Abschluss die Rückzahlungspflicht aufheben, was nicht der Fall ist – es sei denn, sie qualifizieren sich für Programme wie Public-Service-Loan-Forgiveness-(PSLF) oder eine Schuldenerlass aufgrund von dauerhafter und vollständiger Behinderung [81].

Rolle der Finanzberatung und Bildungsmaßnahmen

Um diese Missverständnisse zu bekämpfen, spielen die Finanzberatungsstellen der Hochschulen eine entscheidende Rolle. Sie führen verpflichtende Einführungsberatungen für Erstdarlehensnehmer durch, in denen die Bedingungen, Zinsen, Rückzahlungsoptionen und die Folgen von Zahlungsausfällen erklärt werden [37]. Diese Sitzungen helfen Studierenden, informierte Entscheidungen zu treffen und die langfristigen finanziellen Konsequenzen ihres Schuldenverhaltens zu verstehen. Zusätzlich bieten viele Institutionen ergänzende Workshops und Ressourcen an, um die zu stärken.

Die US-Bildungsministerium unterstützt diese Bemühungen durch Initiativen wie das Financial Education for College Access and Success Program und Ressourcen wie „You for Youth“, die kostenlose Bildungsmaterialien für Lehrende und Lernende bereitstellen [83]. Studien zeigen, dass Pflichtunterricht in Privatfinanzen an weiterführenden Schulen zu messbaren Verbesserungen im Darlehensverhalten führt, insbesondere bei einkommensschwachen und ersten Generationen von Studierenden [84]. Durch die Integration finanzieller Bildung in den Prozess der Studienfinanzierung – von der Antragstellung über den FAFSA bis hin zur Abschlussberatung – können Studierende befähigt werden, verantwortungsbewusste finanzielle Entscheidungen zu treffen und die langfristigen Auswirkungen ihrer Darlehen besser zu verstehen [85].

Makroökonomische und gesellschaftliche Auswirkungen

Die wachsende Bedeutung von Federal Stafford Loans innerhalb des umfassenderen Portfolios der föderalen Studentendarlehen hat tiefgreifende makroökonomische und gesellschaftliche Konsequenzen, die sich auf die Staatsverschuldung, die wirtschaftliche Mobilität und die Struktur der Hochschulfinanzierung in den Vereinigten Staaten auswirken. Mit einem ausstehenden Volumen von rund 1,64 Billionen US-Dollar im Dezember 2022, das sich aus dem William-D.-Ford-Federal-Direct-Loan-Programm speist, ist dieses Darlehensinstrument nicht nur ein zentraler Bestandteil der individuellen Bildungsfinanzierung, sondern auch ein bedeutender Faktor im öffentlichen Haushalt und in der gesamtwirtschaftlichen Dynamik [86].

Einfluss auf die Staatsverschuldung und die Haushaltslage

Obwohl die Darlehen formell als Vermögenswerte in der Bilanz der Regierung geführt werden, tragen sie durch ihre hohe Größenordnung und die langfristigen Erlassregelungen unter einkommensabhängige Rückzahlungspläne (IDR) zu den latenten Verpflichtungen bei, die die langfristige Haushaltslage beeinflussen. Die jüngsten Reformen, darunter das „One Big Beautiful Bill“ (OBBBA), haben die erwarteten Subventionskosten des Programms erheblich gesenkt. So wird prognostiziert, dass die Regierung ab 2026 nur noch vier Cent pro verliehenem Dollar verlieren wird, gegenüber 18 Cent im Jahr 2025, was auf eine nahezu rekordniedrige Subventionsrate hindeutet [87]. Diese Verbesserung ist vor allem auf die Ausweitung der IDR-Pläne zurückzuführen, die die Rückzahlungsprognose erhöhen und die Zahl der Ausfälle verringern. Dennoch warnt das Bipartisan Policy Center, dass eine Unterschätzung der zukünftigen Erlasskosten erhebliche fiskalische Belastungen verursachen könnte, insbesondere bei einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen [88].

Rückzahlungstrends und Risiko der Zahlungsunfähigkeit

Die Rückzahlungstrends für Stafford Loans sind zunehmend polarisiert. Im Jahr 2025 waren etwa 10,0 % der ausstehenden Darlehensbeträge in Verzug, und Prognosen deuten darauf hin, dass bis Ende 2026 bis zu 13 Millionen Schuldner in Zahlungsverzug geraten könnten [89]. Die Beendigung der pandemiebedingten Zahlungs- und Zinspause hat strukturelle Schwächen im Rückzahlungssystem offengelegt, insbesondere bei Schuldner:innen mit niedrigeren Darlehensbeträgen und solchen, die an unterversorgten Institutionen studiert haben. Der Saving-on-a-Valuable-Education-(SAVE)-Plan zielt darauf ab, diese Risiken zu mindern, indem er die monatlichen Zahlungen auf 5 % des verfügbaren Einkommens für Studierende der Hochschulstufe begrenzt. Kritiker argumentieren jedoch, dass dieser Plan die zugrunde liegenden Ursachen der Zahlungsunfähigkeit, wie z. B. Beschäftigungsunsicherheit oder fehlende akademische Unterstützung, nicht vollständig adressiert [90].

Wirtschaftliche Mobilität und soziale Ungleichheit

Die makroökonomischen Auswirkungen von Stafford Loans erstrecken sich über fiskalische Kennzahlen hinaus und beeinflussen die langfristige wirtschaftliche Mobilität, wobei sich erhebliche Unterschiede zwischen verschiedenen demografischen Gruppen zeigen. Studien belegen konsistent, dass schwarze, hispanische und weibliche Schuldner:innen größere Schwierigkeiten bei der Rückzahlung haben und im Vergleich zu ihren weißen und männlichen Kolleg:innen häufiger in Zahlungsverzug geraten [91]. Diese Unterschiede werden durch strukturelle Ungleichheiten im Zugang zur Hochschulbildung, in den Abschlussquoten und in den Einkommensperspektiven nach dem Studium verstärkt. So nehmen schwarze Studierende beispielsweise häufiger Kredite auf, nehmen im Verhältnis zu ihrem Einkommen höhere Beträge auf und besuchen Institutionen mit niedrigeren Abschlussquoten, was das Risiko der Zahlungsunfähigkeit erhöht [92]. Diese Muster haben weitreichende makroökonomische Folgen. Hohe Studienkredite können die Haushaltsbildung, den Erwerb von Wohneigentum und den Konsum hemmen – wichtige Treiber des Wirtschaftswachstums. Die Federal Reserve hat festgestellt, dass Studierende, die Kredite aufnehmen, weniger geneigt sind, andere Formen von Krediten wie Hypotheken aufzunehmen, was die Nachfrage im Immobilien- und verwandten Sektoren dämpfen kann [93].

Langfristige wirtschaftliche Ergebnisse nach dem Studium

Die wirtschaftlichen Ergebnisse nach dem Studium variieren stark je nach Studienfach, Institutionstyp und demografischem Hintergrund. Absolvent:innen aus MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) erzielen nach dem Abschluss deutlich höhere Einkommen als Absolvent:innen aus Bildungs- oder Sozialdienstberufen, was direkt ihre Rückzahlungsfähigkeit beeinflusst [94]. Auch der Institutionstyp spielt eine entscheidende Rolle: Öffentliche Hochschulen berichten über eine Rückzahlungsquote von etwa 88 %, während private, gewinnorientierte Hochschulen nur eine Quote von etwa 71 % aufweisen [95]. Studierende an gewinnorientierten Hochschulen haben ein höheres Risiko, mehr Schulden anzuhäufen und ihre Kredite nicht zurückzuzahlen, was darauf hindeutet, dass die derzeitigen Darlehenspolitiken möglicherweise Institutionen mit schlechten wirtschaftlichen Ergebnissen indirekt subventionieren [96].

Auswirkungen auf die Kostenentwicklung im Hochschulwesen

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Rolle der Stafford Loans bei der sogenannten „Krankheit der Kostensteigerung“ im Hochschulwesen. Die „Bennett-Hypothese“ besagt, dass Zuwächse bei staatlichen Studienbeihilfen es Hochschulen ermöglichen, die Studiengebühren anzuheben, wodurch die zusätzlichen Subventionen durch höhere Preise abgeschöpft werden [97]. Empirische Studien stützen diese These: Eine Untersuchung der Federal Reserve Bank of New York ergab, dass für jeden Dollar, um den die Obergrenze für subventionierte Stafford Loans erhöht wurde, die Studiengebühren um etwa 60 Cent stiegen [98]. Diese Dynamik deutet darauf hin, dass die Erweiterung der Darlehensmöglichkeiten nicht nur den Zugang verbessert, sondern auch aktiv zur Preiserhöhung beiträgt, was die langfristige Nachhaltigkeit des Systems in Frage stellt.

Vergleich mit alternativen Finanzierungsmodellen

Angesichts dieser Trends wird zunehmend über alternative Modelle der öffentlichen Investition in die Hochschulbildung diskutiert. Einkommensbeteiligungsvereinbarungen (ISAs) bieten eine risikogerechtere Alternative, bei der Studierende für eine bestimmte Zeit einen festen Prozentsatz ihres zukünftigen Einkommens zahlen, wodurch die Zahlungsbelastung bei geringem Einkommen automatisch sinkt [99]. Allerdings fehlt es diesen Modellen an Skalierbarkeit und Regulierung. Schuldenfreie-Hochschul-Modelle, die durch eine Erweiterung öffentlicher Mittel wie des Pell Grant finanziert werden, gelten als gerechter, da sie die finanzielle Belastung für benachteiligte Gruppen verringern und die wirtschaftliche Mobilität fördern [100]. Ein Vergleich zeigt, dass die derzeitigen Darlehensprogramme zwar effizient im Zugang sind, aber in Bezug auf Gerechtigkeit und langfristige Effizienz hinter diesen Alternativen zurückbleiben, da sie die Ungleichheit verstärken und hohe öffentliche Subventionskosten verursachen [101].

Referenzen